Ein Blookery Städtetrip Edinburgh führt dich in eine Stadt, die aus den Eingeweiden eines erloschenen Vulkans emporsteigt – buchstäblich. Edinburgh Castle thront auf Castle Rock, dem versteinerten Schlund jenes urzeitlichen Feuerbergs, und von dort aus erzählt die Stadt Schottlands Geschichte in Stein gemeißelt. Dies ist die Heimat der Schottischen Aufklärung, wo David Hume und Adam Smith in rauchigen Tavernen über Freiheit debattierten und die moderne Philosophie schmiedeten. Es ist die Stadt, die Europa erste „Wolkenkratzer“ sah – zehnstöckige mittelalterliche Gebäude, die so hoch in den Himmel ragten, dass ihre Bewohner scherzten, sie könnten den Mond berühren.
Unter diesen Straßen verbirgt sich eine zweite Stadt: unterirdische Vaults und vergessene Closes, wo einst Schmuggler, Pest-Opfer und die berüchtigten Leichenräuber Burke & Hare ihre Geschäfte trieben. Heute ist Edinburgh eine UNESCO-Welterbestätte (seit 1995), die mittelalterliche Old Town und georgianische New Town in perfektem Kontrast vereint – Gothic Romance trifft auf Enlightenment-Eleganz. Hier schrieb J.K. Rowling Harry Potter im Elephant House Café, hier inspirierte der Doppelleben führende Tischler Deacon Brodie Robert Louis Stevenson zu „Dr. Jekyll and Mr. Hyde“, und hier verwandelt sich die gesamte Stadt jeden August in das weltgrößte Kunstfestival mit über 3.000 Shows. In diesem Guide findest du alles für deinen perfekten Edinburgh-Trip – von den düsteren Closes der Old Town über die eleganten Squares der New Town bis zu den versteckten Gärten, die selbst viele Einheimische nicht kennen.
Dein Edinburgh Städtetrip auf einen Blick
| Flughäfen in der Nähe | Edinburgh Airport (EDI) – ca. 12 km westlich vom Zentrum |
|---|---|
| Top 3 Must-Sees | Edinburgh Castle, Royal Mile, Arthur’s Seat |
| Kulinarisches Highlight | Haggis, neeps & tatties mit Whisky-Sauce + echte schottische Whisky-Verkostung |
| Insider-Tipp | Dr Neil’s Garden – ein versteckter Eden hinter Duddingston Kirk mit Blick auf Arthur’s Seat, den kaum jemand kennt |
Table of Contents
Wie komme ich am besten vom Flughafen zum Stadtzentrum von Edinburgh?
Der Edinburgh Airport liegt etwa 12 Kilometer westlich des Stadtzentrums und ist ausgezeichnet angebunden. Die Straßenbahn (Edinburgh Trams) ist die bequemste Option – sie fährt vom Terminal direkt bis zur Princes Street im Herzen der Stadt. Die Fahrt dauert etwa 35 Minuten, Züge verkehren alle 7-10 Minuten, und ein Einzelticket kostet rund 7,50 £ (Hin- und Rückfahrt ca. 12,50 £). Die Tram ist modern, zuverlässig und bietet Platz für Gepäck.
Alternativ gibt es den Airlink 100 Bus, der ebenfalls regelmäßig fährt (alle 10 Minuten) und etwa 30 Minuten bis Waverley Bridge braucht. Das Ticket kostet ca. 5 £ (Hin- und Rückfahrt 8 £). Taxis oder Uber ins Zentrum kosten etwa 25-35 £ und dauern je nach Verkehr 20-30 Minuten – praktisch bei später Ankunft oder viel Gepäck.
Insider-Tipp: Die Tram hält an mehreren zentralen Punkten – Haymarket (nah an vielen Hotels und gut vernetzt), West End (für New Town), und Princes Street (Old Town). Wähle deinen Ausstieg je nach Unterkunft strategisch.
Die Top Sehenswürdigkeiten in Edinburgh + echte Geheimtipps
Must-See bei einem Städtetrip nach Edinburgh (2 Tage)
1. Edinburgh Castle – Die Krone Schottlands

Das Edinburgh Castle thront wie eine steinerne Krone auf dem Castle Rock, jenem 130 Meter hohen Vulkanfelsen, der die Stadt seit Jahrtausenden dominiert. Das ist kein dekoratives Märchenschloss – es ist eine Festung, die Belagerungen überstand, Könige krönte und Schottlands Schicksal mitschrieb. Hier werden die Honours of Scotland (Schottlands Kronjuwelen) aufbewahrt – die ältesten Kronjuwelen Großbritanniens, älter als die englischen Crown Jewels. Der Stone of Destiny, jener mystische Krönungsstein, auf dem schottische und später britische Monarchen gekrönt wurden, ruht hier nach 700 Jahren Exil in England.
Die Aussicht vom Castle ist atemberaubend – über die gesamte Stadt, bis zum Firth of Forth und bei klarem Wetter bis zu den Highlands. Das National War Museum und die St. Margaret’s Chapel (die älteste erhaltene Struktur in Edinburgh, aus dem 12. Jahrhundert) sind Teil des Besuchs. Auf dem Castle Esplanade steht der Witches‘ Well – ein kleiner Brunnen, der an die Hunderte von „Hexen“ erinnert, die hier im 16. und 17. Jahrhundert hingerichtet wurden. Die Bronze zeigt eine Schlange und Fingerhut – Symbol für Gift und Heilung, Verdammung und Erlösung.
Öffnungszeiten: Täglich 9:30-18:00 Uhr (Apr-Sep), 9:30-17:00 Uhr (Oct-Mar)
Eintritt: ca. 19,50 £ Erwachsene (online günstiger, unbedingt vorbuchen!)
Zeitbedarf: 2-3 Stunden
Insider-Tipp: Komm um 9:30 Uhr zur Öffnung – du hast das Castle fast für dich allein, bevor die Touristenbusse ankommen. Die One O’Clock Gun feuert täglich um 13 Uhr (außer Sonntags, am Karfreitag und an Weihnachten) – ein Spektakel seit 1861, ursprünglich als Zeitsignal für Schiffe im Hafen gedacht. Hier gibt es auch geführte Touren durch das Schloss.
2. Royal Mile – Die Hauptschlagader der Geschichte

Die Royal Mile ist Edinburghs berühmteste Straße – und mit exakt einer schottischen Meile (1,81 km) Länge verbindet sie Edinburgh Castle mit dem Palace of Holyroodhouse. Aber das ist keine gewöhnliche Straße; es ist ein mittelalterliches Labyrinth aus Geschichte, Legenden und Geheimnissen. Die „Mile“ besteht aus mehreren Abschnitten mit unterschiedlichen Namen: Castlehill, Lawnmarket, High Street, Canongate.
Von der Hauptstraße zweigen die Closes ab – enge, schmale Gassen, die zwischen den hohen Gebäuden hindurchschneiden wie Messerschnitte. Diese Closes tragen Namen wie Fleshmarket Close, Advocate’s Close, Mary King’s Close – jeder Name erzählt eine Geschichte. Manche Closes fallen dramatisch ab (Advocate’s Close stürzt 12 Stockwerke hinunter!), andere öffnen sich zu versteckten Höfen.
Die Royal Mile selbst pulsiert mit Leben: Straßenmusiker in Kilts spielen Dudelsack, Tour-Guides in historischen Kostümen erzählen Gruselgeschichten, Souvenir-Shops verkaufen Tartans und Whiskys. St. Giles‘ Cathedral mit ihrem kronenförmigen Turm ist das architektonische Herz der Mile. Der Mercat Cross (eine Nachbildung des mittelalterlichen Marktkreuzes) ist traditioneller Treffpunkt für Ghost Tours.
Öffnungszeiten: Straße 24/7 zugänglich, Shops meist 9:00-18:00 Uhr
Eintritt: Kostenlos (Attraktion entlang kosten separat)
Zeitbedarf: 2-3 Stunden für langsamen Spaziergang mit Stops
Insider-Tipp: Victoria Street, die von der Royal Mile abzweigt, inspirierte angeblich J.K. Rowling zu Diagon Alley in Harry Potter – die kurvigen, farbenfrohen Gebäude mit Independent-Shops sind magisch und perfekt zum Fotografieren.
3. Arthur’s Seat – Edinburgh’s schlafender Riese
Arthur’s Seat ist ein 251 Meter hoher erloschener Vulkan, der mitten in Edinburgh thront – eine dramatische, wilde Landschaft direkt neben der Stadt. Der Aufstieg ist moderat (je nach Route 30-60 Minuten) und belohnt mit Panoramablicken, die zu den spektakulärsten in ganz Schottland gehören. Von oben siehst du die gesamte Stadt, den Firth of Forth, die Pentland Hills, und bei klarem Wetter bis zu den Highlands.
Der Name ist mysteriös – manche glauben, er bezieht sich auf König Arthur, andere sagen, es ist eine Verballhornung gälischer Worte. Der Berg ist Teil des Holyrood Park, einem 263 Hektar großen Royal Park mitten in der Stadt. Neben dem Hauptgipfel gibt es die Salisbury Crags – dramatische Basaltklippen, die einen leichteren Spaziergang mit ähnlich beeindruckenden Aussichten bieten.
Die Landschaft ist rau und wild – Ginster, Heidekraut, Felsen, und immer der Wind. Locals joggen hier, Familien picknicken, Touristen keuchen bergauf. Frühmorgens oder bei Sonnenuntergang ist die Stimmung magisch.
Öffnungszeiten: 24/7 zugänglich
Eintritt: Kostenlos
Zeitbedarf: 2-3 Stunden (inkl. Auf- und Abstieg)
Insider-Tipp: Die Salisbury Crags bei Sonnenaufgang sind spektakulär und deutlich weniger überlaufen als Arthur’s Seat. Locals bringen Thermosflaschen mit Kaffee und beobachten, wie die Stadt erwacht – das Licht fängt sich in den Türmen und Schornsteinen, und der Firth of Forth glänzt wie ein silbernes Band Richtung Nordsee.
4. National Museum of Scotland – Kostenlose Schatzkammer
Das National Museum of Scotland ist eines der besten Museen in Großbritannien – und kostenlos. Die viktorianische Grand Gallery mit ihrer gewölbten Decke aus Glas und Eisen ist allein schon sehenswert. Das Museum verbindet schottische Geschichte, Wissenschaft, Natur und Weltkultur: von prähistorischen Funden über die Lewis-Schachfiguren (die berühmtesten Schachfiguren der Welt aus dem 12. Jahrhundert) bis zu Dolly dem Schaf (das erste geklonte Säugetier, in Edinburgh geboren).
Die Sammlung ist riesig und abwechslungsreich – antike ägyptische Sarkophage, schottische Kriegsrelikte, Fossilien, Mode, Technologie. Die Dachterrasse im 7. Stock bietet einen der besten Ausblicke auf die Old Town – kostenlos und oft übersehen.
Öffnungszeiten: Täglich 10:00-17:00 Uhr
Eintritt: Kostenlos (Spenden willkommen, Sonderausstellungen kostenpflichtig)
Zeitbedarf: 2-4 Stunden (könnte auch einen ganzen Tag füllen)
Insider-Tipp: Geh direkt zur Dachterrasse für den Ausblick, bevor du ins Museum eintauchst – das motiviert für die Stunden drinnen.
Should-See bei einem Edinburgh Kurztrip (3-5 Tage)
5. Calton Hill – Die Athens of the North Aussicht

Calton Hill erhebt sich am östlichen Ende der Princes Street und bietet einen der ikonischsten Blicke auf Edinburgh. Die Hügel-Silhouette ist geprägt von Monumenten: das National Monument (eine unvollendete Nachbildung des Parthenon, Edinburghs „Schande“, weil das Geld ausging), das Nelson Monument (ein Turm zu Ehren von Admiral Nelson), das Dugald Stewart Monument, und das City Observatory.
Der Aufstieg ist kurz und einfach (10-15 Minuten), aber der Ausblick ist grandios – die Old Town mit Edinburgh Castle, Arthur’s Seat, die New Town, das Meer. Bei Sonnenuntergang wird die Stadt in goldenes Licht getaucht.
Jeden 30. April wird Calton Hill zur Bühne des Beltane Fire Festivals – eine moderne Wiederbelebung alter keltischer Rituale, bei der 12.000 Zuschauer Druiden, Feuerjongleure und Tänzer mit bemalten Körpern bestaunen. Es ist spektakulär, pagan, und definitiv nichts, was die presbyterianischen Gründer der Stadt guthießen würden.
Öffnungszeiten: 24/7 zugänglich
Eintritt: Kostenlos (Nelson Monument ca. 5 £)
Zeitbedarf: 1-2 Stunden
Insider-Tipp: Komm zum Sonnenuntergang mit einer Flasche Wein (diskret) und beobachte, wie die Stadt ihre Beleuchtung hochfährt – die Straßenlaternen flackern an, Gebäude werden angestrahlt, und Edinburgh verwandelt sich in eine Silhouette aus Licht und Schatten.
6. Palace of Holyroodhouse – Königliche Residenz mit dunklen Geheimnissen
Am Ende der Royal Mile steht der Palace of Holyroodhouse – die offizielle Residenz der britischen Monarchen in Schottland. Königin Elizabeth II verbrachte traditionell eine Woche im Jahr hier (die „Holyrood Week“ im Juni/Juli), und heute nutzt König Charles III den Palast für Staatszeremonien.
Der Palast ist ein funktionierendes Königshaus, aber wenn die Royals nicht da sind, ist er für Besucher geöffnet. Die State Apartments sind prachtvoll, aber der berühmteste Raum ist deutlich düsterer: die Chambers von Mary Queen of Scots. Hier wurde 1566 ihr italienischer Sekretär David Rizzio vor ihren Augen von eifersüchtigen schottischen Adligen ermordet – die Blutflecken sind angeblich immer noch zu sehen (ob echt oder theatralisch erneuert, bleibt Spekulation).
Die Ruinen von Holyrood Abbey neben dem Palast sind atmosphärisch – gotische Bögen offen zum Himmel, Grabsteine zwischen wilden Blumen, und Geschichten von Geistern, die durch die Überreste wandern.
Öffnungszeiten: Variiert (geschlossen während königlicher Besuche), meist 9:30-18:00 Uhr (Apr-Okt), 9:30-16:30 Uhr (Nov-März)
Eintritt: ca. 18 £ Erwachsene (mit Audio-Guide)
Zeitbedarf: 2-3 Stunden
Insider-Tipp: Der Besuch ist am atmosphärischsten an grauen, nebligen Tagen – dann fühlt sich die Geschichte von Intrigen, Mord und verlorener Macht besonders real an.
7. Princes Street Gardens – Grüne Lunge zwischen zwei Welten
Die Princes Street Gardens teilen Edinburgh physisch und symbolisch: auf der einen Seite die New Town mit ihren eleganten georgianischen Gebäuden, auf der anderen die Old Town mit ihrer mittelalterlichen Silhouette. Die Gärten liegen in einem Tal, das einst Nor Loch war – ein Sumpfsee, der im 18. Jahrhundert trockengelegt wurde, um Platz für die elegante New Town zu schaffen.
Das Scott Monument, ein 61 Meter hoher gotischer Turm zu Ehren des Schriftstellers Sir Walter Scott, dominiert die Gärten. Du kannst die 287 Stufen hinaufsteigen für spektakuläre Aussichten (und ein intensives Workout). Die Gärten selbst sind eine Oase – gepflegte Rasenflächen, Blumenbeete, Brunnen, und im Dezember der berühmte Edinburgh Christmas Market.
Öffnungszeiten: 7:00-22:00 Uhr (Sommer), 7:00-19:00 Uhr (Winter)
Eintritt: Kostenlos, Scott Monument ca. 8 £
Zeitbedarf: 1-2 Stunden
Insider-Tipp: Im Sommer gibt’s oft kostenlose Konzerte und Events in den Gardens – von klassischer Musik bis zu Outdoor-Yoga. Check den Event-Kalender.

Geheimtipps und Foto Spots für deinen Edinburgh Städtetrip
Mary King’s Close – Die begrabene Stadt
Unter der Royal Mile liegt eine andere Welt: Mary King’s Close, eine komplette mittelalterliche Straße, die im 17. Jahrhundert einfach überbaut wurde. Als Edinburgh vertikal wuchs und die City Chambers auf den alten Closes errichtet wurden, blieben die unteren Stockwerke erhalten – verlassen, dunkel, voller Geschichten.
Heute kannst du diese unterirdische Straße bei geführten Touren erkunden (Real Mary King’s Close Tours). Du siehst die engen Wohnungen, in denen ganze Familien lebten, die Überreste von Läden (ein Schild hängt noch an der Wand), und hörst Geschichten von der Pest, die 1645 ganze Viertel auslöschte. Die Guides erzählen mit schottischem Humor von Geistern, Armut und dem täglichen Leben im „Old Edinburgh“.
Die Blair Street Underground Vaults sind ähnlich – ein Netzwerk von Gewölben unter der South Bridge, wiederentdeckt in den 1980ern, die einst als Lager, Werkstätten und (illegale) Kneipen dienten. Heute werden sie für Ghost Tours genutzt, aber die Geschichte ist echt: Burke und Hare, die berüchtigten Leichenräuber, sollen hier ihre Opfer versteckt haben.
Öffnungszeiten: Nur mit Tour, mehrmals täglich
Eintritt: ca. 18-22 £
Zeitbedarf: 1 Stunde Tour
Insider-Tipp: Die Vaults sind gruselig, aber die Mary King’s Close Tour ist historisch fundierter und weniger auf billige Schockeffekte aus.
Dunbar’s Close Garden – Geheimer Garten an der Royal Mile
Kaum jemand bemerkt die unscheinbare Tür an der Canongate (Teil der Royal Mile), die zu Dunbar’s Close Garden führt – einem versteckten Garten im Stil des 17. Jahrhunderts. Der Garten wurde in den 1970ern angelegt, nach historischen Vorlagen gestaltet, und ist eine Oase der Ruhe mitten im Touristentrubel. Geometrische Beete, duftende Kräuter, Holzbänke, und der Blick auf Arthur’s Seat in der Ferne.
Locals kommen hierher für Lunch-Pausen, Touristen laufen meist vorbei. Es ist kostenlos, friedlich, und perfekt zum Verschnaufen zwischen Sehenswürdigkeiten.
Öffnungszeiten: Täglich Sonnenauf- bis Sonnenuntergang
Eintritt: Kostenlos
Zeitbedarf: 20-30 Minuten
Insider-Tipp: Kombiniere den Besuch mit dem nahegelegenen Canongate Kirkyard (Friedhof), wo Adam Smith und andere Aufklärungsdenker begraben liegen.
Dr Neil’s Garden – Edinburgh’s bestgehütetes Geheimnis
Dr Neil’s Garden, versteckt hinter der Duddingston Kirk am Fuße von Arthur’s Seat, ist einer der schönsten und am wenigsten bekannten Orte in Edinburgh. Dieser private Garten wurde von Dr. Andrew Neil und seiner Frau Nancy in den 1960ern angelegt und ist heute eine gemeinnützige Stiftung. Der Garten liegt am Ufer des Duddingston Loch (ein Vogel-Schutzgebiet), mit Blick auf Arthur’s Seat, der sich wie ein schlafender Löwe über die Bäume erhebt.
Herbaceous Borders (Staudenrabatten) spiegeln sich in einem Teich, der einst zum Curling genutzt wurde, Eiben formen grüne Tunnel, und im Frühling explodieren die Farben. Es ist ein Pocket Eden, den kein Guidebook-Billboard einfangen kann – du musst es selbst erleben.
Öffnungszeiten: täglich 10:00-18:00 Uhr (Sommer), 10:00-16:00 Uhr (Winter)
Eintritt: Kostenlos (Spenden erwünscht)
Zeitbedarf: 30-60 Minuten
Insider-Tipp: Kombiniere den Besuch mit einem Lunch im Sheep Heid Inn (direkt nebenan), einem der ältesten Pubs Schottlands (gegründet 1360!), wo Schafe auf den umliegenden Wiesen grasen und die Zeit stehen geblieben scheint.
Jacob’s Ladder – Die versteckte Treppe
Jacob’s Ladder ist eine steile, historische Steintreppe, die Calton Road mit Regent Road verbindet – 120 Stufen, die durch einen grünen Korridor zwischen Calton Hill und anderen Gebäuden führen. Die Treppe ist wunderschön und wird von Touristen oft übersehen, während Locals sie als Abkürzung nutzen. Die Stufen sind unregelmäßig, von Efeu umrankt, und an regnerischen Tagen glänzen sie wie Onyx.
Öffnungszeiten: 24/7 zugänglich
Eintritt: Kostenlos
Zeitbedarf: 5-10 Minuten (zum Hochsteigen)
Insider-Tipp: Perfekt für dramatische Fotos, besonders bei Nebel oder Dämmerung.
Fotospots: Die besten Instagram-Locations
Victoria Street – die bunten, kurvigen Häuser (Diagon-Alley-Vibes) sind am besten vormittags bei Sonnenlicht zu fotografieren. Circus Lane in Stockbridge – eine malerische Kopfsteinpflastergasse mit bunten Türen und Blumenkörben, die wie aus einem Bilderbuch aussieht. Dean Village – das versteckte Mühlendorf mit Wassermühlen, Steinbrücken und efeubedeckten Häusern, nur 10 Minuten zu Fuß von Princes Street. Calton Hill bei Sonnenuntergang – die klassische Edinburgh-Silhouette mit Monumenten im Vordergrund und der Stadt darunter. Arthur’s Seat Gipfel – 360-Grad-Panoramen, besonders dramatisch bei wechselndem Licht (typisch schottisches Wetter). Scott Monument von unten fotografiert – die gotischen Details und die Symmetrie sind beeindruckend. Royal Mile bei Nacht – wenn die Straßenlaternen die Kopfsteinpflaster beleuchten und die Closes mysteriös im Schatten liegen.
Kulinarischer Edinburgh Guide: Wo Locals wirklich essen
Traditionelle Küche: Was du unbedingt probieren musst
Haggis, neeps & tatties ist Schottlands Nationalgericht – und bevor du die Nase rümpfst, probiere es. Haggis (Schafsinnereien mit Hafermehl, Zwiebeln und Gewürzen, im Schafsmagen gekocht) klingt gewöhnungsbedürftig, schmeckt aber erstaunlich gut – würzig, herzhaft, reichhaltig. Serviert mit „neeps“ (Steckrübe) und „tatties“ (Kartoffelpüree) und traditionell mit Whisky-Sauce. Das beste Haggis gibt’s in traditionellen Pubs, nicht in touristischen Restaurants.
Cullen Skink ist eine schottische Suppe aus geräuchertem Schellfisch, Kartoffeln, Zwiebeln und Sahne – cremig, rauchig, herzhaft. Perfekt an kalten, nebligen Edinburgher Tagen (also an den meisten Tagen).
Cranachan ist das traditionelle schottische Dessert: Himbeeren, Whisky-Sahne, geröstete Haferflocken und Honig – serviert wie ein Liebesbrief in Kristallgläsern. Es ist süß, boozy, und definitiv nicht für Diäten geeignet.
Full Scottish Breakfast übertrifft das englische Frühstück um einiges: Bacon, Wurst, Eier, Tomaten, Pilze, Bohnen, Toast – PLUS Haggis, Black Pudding (Blutwurst), Tattie Scones (Kartoffelpfannkuchen), und manchmal Porridge. Es ist eine Mahlzeit, die dich bis zum Abendessen durchbringt.
Chippy Sauce – Edinburghs kulinarisches Geheimnis, über das Glasgowegians spotten: eine braune, essigähnliche Sauce, die über Fish & Chips gegossen wird. Es ist ein lokales Phänomen, und Edinburghers schwören darauf.
Insider-Tipp: Probiere „Tablet“ – eine schottische Süßigkeit aus Zucker, Butter und Kondensmilch, die härter und krümeliger als Fudge ist und süchtig macht.
Restaurant-Empfehlungen nach Preisklassen
Budget (€)
Das Arcade Bar ist ein winziges Pub in der Cockburn Street mit authentischem Haggis, neeps & tatties zu fairen Preisen (ca. 8-10 £). Die Whisky-Sauce ist legendär – mit Torfrauch durchzogen, genau richtig.
Mums ist ein kleines Café in der Forrest Road, das Comfort Food serviert, das sich anfühlt wie Kindheit – auch wenn du nicht schottisch aufgewachsen bist. Macaroni Cheese, Shepherd’s Pie, Sticky Toffee Pudding – alles hausgemacht, alles köstlich (6-10 £).
Oink (mehrere Standorte) ist berühmt für Hog Roast Rolls – langsam gebratenes Schweinefleisch, frisch geschnitten, in einem weichen Brötchen mit Crackling (knuspriger Schwarte) und Apple Sauce. Fleischliebhaber-Himmel für 5-7 £.
Mittelklasse (€€)
The Scran & Scallie in Stockbridge bietet gehobenes Pub Food vom Michelin-Stern-Koch Tom Kitchin (der auch das teurere The Kitchin betreibt). Sonntagsbraten, schottisches Wild, Fish & Chips auf High-End-Niveau (Hauptgerichte 15-22 £).
The Ship on the Shore in Leith ist das beste Fischrestaurant für normale Budgets – frische Austern, Cullen Skink, Seafood Platters. Die Lage am alten Hafen ist malerisch (12-20 £ pro Gericht).
Gehobenes Dining (€€€)
The Witchery by the Castle ist ein Gothic-Traum – opulente Innenräume mit Samt, Kerzen, antiken Möbeln. Die Küche ist schottisch-europäisch, die Atmosphäre so theatralisch, dass du dich wie in einem Vampirfilm fühlst (Tasting-Menü ca. 80-100 £).
The Kitchin in Leith (1 Michelin-Stern) ist Tom Kitchins Flaggschiff – „From Nature to Plate“ Philosophie mit schottischen Produkten auf höchstem Niveau. Das Set-Lunch-Menü ist erschwinglicher (ca. 40 £), das Dinner Tasting-Menü kostet um 100-120 £.
Restaurant Martin Wishart (ebenfalls Leith, 1 Michelin-Stern) serviert französisch-inspirierte Haute Cuisine mit schottischen Ingredienzien – technisch brilliant, elegant, unvergesslich (Tasting-Menü ca. 115 £).
Whisky-Szene: Verkostungen und Bars
Edinburgh ist Whisky-Hauptstadt, auch wenn die meisten Destillerien in den Highlands liegen. Die Auswahl hier ist unübertroffen.
The Scotch Whisky Experience an der Royal Mile ist touristisch, aber lehrreich – interaktive Touren erklären die Whisky-Produktion, verschiedene Regionen (Islay, Speyside, Highland, Lowland), und du verkostest mehrere Drams (ca. 20-40 £ je nach Tour).
The Bow Bar in der Old Town ist ein klassisches Whisky Pub mit über 300 Single Malts – keine Musik, keine Screens, nur Konversation und großartiger Whisky. Die Barkeeper sind kenntnisreich und helfen bei der Auswahl.
The Devil’s Advocate in der Advocates Close (eine der versteckten Gassen) ist ein elegantes Pub mit erstklassiger Whisky-Auswahl in einem stilvollen, mehrschichtigen Raum – perfekt für Kenner.
Insider-Tipp: Probiere Edinburgh Gin’s „Seaside“ Variante, infundiert mit Blasentang und Skorbut-Kraut (Scurvygrass) – es schmeckt nach Meer und Abenteuer, perfekt mit Tonic und Zitrone.
Pub-Kultur: Beste Pubs für Pausen zwischen Sightseeing
The Sheep Heid Inn in Duddingston (gegründet 1360!) ist Edinburghs ältestes Pub und liegt idyllisch am Fuße von Arthur’s Seat. Real Ales, schottische Küche, und Schafe grasen direkt vor dem Fenster. Es fühlt sich an wie Zeitreise.
The Royal Mile Tavern ist ein authentisches Old Town Pub mit Live Folk Music, guten Ales und Whisky-Auswahl – weniger touristisch als viele Royal Mile Pubs, weil es etwas versteckt liegt.
The Café Royal Circle Bar in der New Town ist ein viktorianisches Juwel – Stained Glass Windows, Fliesen, polierte Holztheken, und eine Atmosphäre, die dich ins 19. Jahrhundert versetzt.
Insider-Tipp: Locals trinken oft in Stockbridge oder Leith statt in der Old Town – die Pubs sind authentischer, günstiger, und die Gespräche lebendiger.

Einen Edinburgh Städtetrip in 2–3 Tagen perfekt erleben
Tag 1 in Edinburgh: Old Town & Historisches Herz
Starte früh (9:00 Uhr) am Edinburgh Castle – sei einer der Ersten beim Einlass um 9:30 Uhr, bevor die Touristenbusse ankommen. Nimm dir Zeit für die Crown Jewels, den Stone of Destiny, die St. Margaret’s Chapel, und den Ausblick. Der Witches‘ Well am Esplanade erinnert an dunkle Kapitel (2-3 Stunden).
Gegen 12:30 Uhr läufst du die Royal Mile hinunter Richtung Holyrood. Nimm dir Zeit für die Closes – ducke dich in Advocate’s Close, Fleshmarket Close, oder Dunbar’s Close Garden (der versteckte Garten, den kaum jemand findet). Besuche St. Giles‘ Cathedral mit ihrem kronenförmigen Turm (20-30 Minuten).
Mittagessen gegen 13:30 Uhr im Mums oder Oink für authentische, günstige schottische Küche. Danach geht’s zum National Museum of Scotland (2-3 Stunden) – konzentriere dich auf die schottische Geschichte im Victorian Grand Gallery, und vergiss nicht die Dachterrasse im 7. Stock für großartige Ausblicke.
Gegen 17:00 Uhr besuchst du den Grassmarket, den historischen Marktplatz am Fuße des Castles, heute voller Pubs und Restaurants. Die Atmosphäre ist lebendig, die Geschichte präsent (hier wurden Hinrichtungen durchgeführt). Abendessen in einem der traditionellen Pubs – The Last Drop ist historisch und hat gutes Pub Food.
Abends um 19:30 Uhr nimmst du an einer Ghost Tour teil – die Mary King’s Close Tour oder eine der Underground Vaults Tours. Edinburgh ist Europas gruseligste Stadt, und die Guides erzählen mit schottischem Humor von Geistern, Mördern und Pest-Opfern (1-1,5 Stunden).
Pausentipp: Nachmittags einen Kaffee in Clarinda’s Tea Room an der Canongate – traditionelles Tearoom mit Scones, Kuchen und proper Tea.
Schlechtwetter-Alternative: Statt Arthur’s Seat den ganzen Tag in Museen verbringen – National Museum, National Gallery of Scotland, Writers‘ Museum.
Tag 2 in Edinburgh: New Town, Aussichten & Natur
Beginne um 8:00 Uhr mit dem Aufstieg auf Arthur’s Seat – früh morgens hast du den Berg fast für dich, und das Licht ist magisch. Der Aufstieg vom Holyrood Park Parkplatz dauert 30-45 Minuten, der Ausblick vom Gipfel (251m) ist spektakulär. Alternativ: die Salisbury Crags für einen leichteren Spaziergang mit ähnlichen Views (2-3 Stunden gesamt).
Zurück in der Stadt gegen 11:00 Uhr gehst du zur New Town – spaziere durch die eleganten georgianischen Straßen: Charlotte Square, Queen Street Gardens, Moray Place. Die Architektur ist klassisch, die Atmosphäre vornehm. Besuche die Scottish National Portrait Gallery an der Queen Street – kostenlos, wunderschönes Gebäude, faszinierende Portraits schottischer Persönlichkeiten (1-1,5 Stunden).
Mittagessen in Stockbridge – das hippe Stadtviertel am Water of Leith ist perfekt für Brunch/Lunch. Söderberg (schwedisches Café) oder ein Pub entlang des Flusses. Nach dem Essen spazierst du zum Dean Village (10 Minuten zu Fuß) – ein verstecktes Mühlendorf mit Steinbrücken, Wassermühlen und einer Idylle, die sich nicht wie Edinburgh anfühlt (1 Stunde).

Nachmittags gegen 15:00 Uhr gehst du zu Calton Hill für Monumente und Panoramablicke. Der Aufstieg ist kurz, der Ausblick grandios. Nelson Monument, National Monument, und die beste Sicht auf die Stadt (1-1,5 Stunden). Von dort kannst du Jacob’s Ladder hinuntergehen – eine versteckte historische Treppe.
Abends bummelst du durch die Princes Street und Princes Street Gardens – das Herz der Stadt, wo Old und New Town aufeinandertreffen. Der Scott Monument ist beeindruckend (du kannst ihn besteigen, wenn du noch Energie hast – 287 Stufen!).
Abendessen in der New Town – The Dogs für rustikale schottische Küche oder The Bon Vivant für moderne Small Plates. Danach einen Whisky in The Bow Bar oder The Devil’s Advocate – schottische Abende enden traditionell mit einem Dram.
Schlechtwetter-Alternative: Statt Arthur’s Seat morgens das Palace of Holyroodhouse besuchen, nachmittags Shopping in Princes Street und Multrees Walk (Designer-Boutiquen).
Tag 3 in Edinburgh: Versteckte Schätze & Entspannung
Beginne gemütlich mit Frühstück in Stockbridge – Sonntagsmarkt (nur Sonntags) mit lokalen Produkten, oder ein Café deiner Wahl. Danach spazierst du am Water of Leith Walkway entlang – ein Flussweg, der sich durch Edinburgh schlängelt, überraschend grün und ruhig (1-2 Stunden je nach Strecke).
Gegen Mittag besuchst du Leith, Edinburghs alten Hafenviertel, das heute hip und kreativ ist. Die Royal Yacht Britannia (das ehemalige königliche Schiff) liegt hier vertäut und ist besuchbar – ein faszinierender Einblick in royales Leben (2 Stunden, ca. 18 £). Alternativ: einfach durch Leith schlendern, Independent-Shops und Cafés entdecken, das maritime Flair genießen.
Mittagessen in The Ship on the Shore (Fisch!) oder einem der vielen neuen Restaurants in Leith. Nachmittags hast du die Wahl:
Option A: Dr Neil’s Garden bei Duddingston Loch – der versteckte Garten mit Blick auf Arthur’s Seat, perfekt zum Entspannen. Danach Lunch im Sheep Heid Inn, dem ältesten Pub Edinburghs.
Option B: Cramond Island – bei Ebbe kannst du zur Insel laufen (check Tide Times!), ein surreales Erlebnis mit Ruinen alter Militäranlagen.
Option C: Shopping und Bummeln in Victoria Street, Grassmarket, Cockburn Street – Independent-Shops, Vintage-Boutiquen, Buchläden.
Abends gönnst du dir ein besonderes Dinner – vielleicht The Witchery für Gothic-Atmosphäre oder The Kitchin in Leith für Michelin-Stern-Küche. Oder du bleibst bodenständig mit einem letzten Haggis in einem traditionellen Pub und lässt die drei Tage Revue passieren.
Schlechtwetter-Alternativen: Scottish National Gallery (kostenlos, Old Masters), Camera Obscura & World of Illusions (Touristenspaß), oder einen ganzen Tag in Cafés und Buchläden verbringen.

Edinburgh Kurzurlaub, wenn du 5–7 Tage Zeit hast
Tage 1-3 in Edinburgh: Klassische Highlights
(Wie oben beschrieben)
Tag 4: Stirling Castle & William Wallace Country
Stirling Castle liegt etwa 50 Kilometer nordwestlich von Edinburgh (ca. 1 Stunde mit dem Zug oder Auto) und ist eines der wichtigsten Schlösser Schottlands – historisch bedeutender als Edinburgh Castle, weniger touristisch, und spektakulär gelegen auf einem Vulkanfelsen über der Stadt Stirling. Hier wurden Könige gekrönt (Mary Queen of Scots 1543), hier gewann William Wallace die Schlacht von Stirling Bridge (1297), hier regierte Robert the Bruce.
Das Schloss selbst ist wunderschön restauriert – die Royal Apartments mit ihren prächtigen Textilien und Schnitzereien, die Great Hall (eine der schönsten Renaissance-Hallen Großbritanniens), die Chapel Royal. Der Ausblick reicht über das Schlachtfeld von Bannockburn bis zu den Highlands.
In Stirling selbst steht das Wallace Monument – ein viktorianischer Turm zu Ehren von William Wallace (Braveheart), den du erklimmen kannst für Ausblicke über die Landschaft, die Wallace verteidigte. Die Altstadt von Stirling ist charmant mit mittelalterlichen Gebäuden, engen Gassen, und traditionellen Pubs.
Rückkehr nach Edinburgh am Abend, oder übernachte in Stirling für eine ruhigere Nacht.
Transport: Zug von Edinburgh Waverley nach Stirling (ca. 50 Min, £8-15), oder geführte Tagestour (ca. £40-60).
Tag 5: Highlands & Loch Ness (optional als geführte Tagestour)
Die Highlands sind etwa 3,5 Stunden Fahrt von Edinburgh entfernt – ein langer Tag, aber machbar. Viele Touroperatoren bieten geführte Tagestouren an, die dich durch atemberaubende Landschaften fahren: dramatische Glens (Täler), hohe Berge, glitzernde Lochs, und das berühmte Loch Ness mit seiner Monster-Legende.
Typische Stops: Glencoe (eines der schönsten Täler Schottlands, tragische Geschichte des MacDonald-Massakers), Fort William (am Fuße von Ben Nevis, Großbritanniens höchstem Berg), Loch Ness und Urquhart Castle (malerische Ruine am Ufer). Die Landschaften sind kinoreif – hier wurden Szenen aus Harry Potter, Skyfall und Braveheart gedreht.
Alternativ kannst du einen Mietwagen nehmen und selbst fahren – flexibler, aber die Highland-Straßen sind eng und kurvig. Rückkehr spät abends, müde aber erfüllt.
Transport: Geführte Tagestour ca. £50-80, oder Mietwagen ab £40/Tag.
Tag 6: Entspannung & Favoriten wiederholen
Nutze diesen Tag, um Edinburgh in deinem eigenen Tempo nochmal zu erleben. Kehre zu deinen Lieblingsorten zurück – vielleicht ein zweiter Aufstieg auf Arthur’s Seat bei anderem Wetter, ein ausgedehntes Whisky-Tasting, stundenlang in Buchläden stöbern, oder einfach in einem Pub sitzen und Locals zuhören.
Besuche Orte, die du vorher verpasst hast: Scottish Parliament (modernes Gebäude mit kontroverser Architektur), Camera Obscura (viktorianische Illusionen und Ausblicke), Real Mary King’s Close (wenn du die Underground Tour noch nicht gemacht hast).
Oder mache einen gemütlichen Tagesausflug an die Küste: Portobello Beach (Edinburghs Strand, mit Promenade und Wild-Swimming-Kultur), Cramond Village (malerisches Fischerdorf am Firth of Forth), oder North Berwick (45 Min Zug, charmantes Küstenstädtchen mit Burg-Ruinen und Papageientaucher-Kolonien auf den vorgelagerten Inseln).
Tag 7: Abschied oder Edinburgh Festival Fringe (August)
Wenn du im August da bist, ist Edinburgh ein einziger Festival-Raum – das Edinburgh Festival Fringe ist das größte Kunstfestival der Welt mit über 3.000 Shows. Comedy, Theater, Musik, Straßenperformance – jede Ecke wird zur Bühne. Die Stadt ist überfüllt, chaotisch, lebendig, und unvergesslich. Tickets sind oft günstig (£5-15), und du kannst spontan entscheiden.
Ansonsten nutze den letzten Tag für Last-Minute-Shopping (Cashmere, Whisky, Shortbread), einen letzten Spaziergang durch deine Lieblingsviertel, oder einfach einen entspannten Vormittag in Princes Street Gardens mit Blick auf das Castle, bevor dein Flug geht.
Schlechtwetter-Alternativen: Den ganzen Tag in Museen, Galerien und Buchläden – Edinburgh hat genug Indoor-Aktivitäten für Wochen.
Edinburgh Transport: ÖPNV & Co. optimal nutzen
Ticket-System erklärt
Edinburgh nutzt primär Lothian Buses für den öffentlichen Nahverkehr – ein Netzwerk aus über 50 Buslinien, die die Stadt und Vororte abdecken. Die Edinburgh Trams verbinden Flughafen, West End, Princes Street und die Hafengegend.
Einzelfahrt Bus: £2,00 (Exact Fare nötig, oder kontaktlos)
Einzelfahrt Tram: £2,00 (innerhalb der Stadt)
Day Ticket (Bus & Tram): £5,00 (unbegrenzte Fahrten für einen Tag)
Airport Day Ticket: £10,00 (inkl. Flughafen-Tram)
Ridacard (7 Tage): £23,00 (Bus & Tram)
Du kannst bar zahlen (nur exact change im Bus!), kontaktlos mit Karte zahlen, oder die Lothian Buses App nutzen (m-Tickets kaufen). Die App ist praktisch und günstiger für Day Tickets.
Welches Ticket lohnt sich? Rechenbeispiele
Wochenende (2 Tage):
- 6-8 Fahrten = £12-16 Einzeltickets
- 2x Day Ticket = £10,00 (lohnt sich ab 3 Fahrten pro Tag)
Städtetrip (3-5 Tage):
- Day Tickets je nach Bedarf, oder 7-Day Ridacard = £23,00 für intensive Nutzung
Mit Flughafen:
- Airport Day Ticket = £10,00 (lohnt sich für Ankunftstag mit Sightseeing)
Zu Fuß vs. ÖPNV: Was ist fußläufig?
Edinburgh ist eine der fußgängerfreundlichsten Städte Europas – das Stadtzentrum ist kompakt, und die meisten Hauptattraktionen liegen in Gehweite.
Fußläufige Distanzen (15-25 Minuten):
- Edinburgh Castle ↔ Holyrood Palace (Royal Mile, 1,8 km)
- Old Town ↔ New Town (über Princes Street Gardens, 10-15 Min)
- Calton Hill ↔ Royal Mile (15 Min)
- Stockbridge ↔ Princes Street (20 Min)
ÖPNV empfohlen:
- Zentrum → Leith (Bus 10-15 Min, oder 35 Min zu Fuß)
- Zentrum → Portobello Beach (Bus 20 Min)
- Zentrum → Royal Yacht Britannia in Leith (Bus oder Tram)
- Hügelige Strecken wenn müde (Edinburgh hat Hügel!)
Insider-Tipp: Edinburgh ist walkable, aber auch hügelig – bequeme Schuhe sind essentiell. Die Kopfsteinpflaster der Old Town sind charmant, aber rutschig bei Regen und hart für Füße.
Taxi/Uber: Wann sinnvoll?
Preise:
- Grundpreis: ca. £3 + £1,50-2,00/km
- Flughafen → Zentrum: £25-35
- Kurze Stadtfahrt: £8-12
Sinnvoll bei:
- Späte Rückkehr von Ghost Tours oder Pubs
- Transport mit Gepäck
- Regen (Edinburgh ist oft nass)
- Fahrten nach Cramond oder entlegene Stadtteile
Black Cabs sind ikonisch und überall verfügbar. Uber funktioniert ebenfalls zuverlässig.

Städtetrip Edinburgh Insider-Wissen: Was dir niemand vorher sagt
Cultural Insights: Die schottische Seele verstehen
Edinburghers (und Schotten generell) haben einen trockenen, selbstironischen Humor – sie nehmen sich selbst nicht zu ernst, erwarten das aber auch von anderen. Direktheit wird geschätzt, Übertreibung oder Prahlerei eher belächelt.
Die Stadt ist stolz, aber nicht laut. Edinburgh weiß, dass es schön ist, dass es Geschichte hat, dass es wichtig ist – aber es prahlt nicht damit. Diese dignified reserve ist typisch schottisch.
Verhältnis zu England: Schottland ist nicht England, und Edinburghers legen Wert auf die Unterscheidung. Die schottische Identität ist stark, besonders nach dem Unabhängigkeitsreferendum 2014. Politik ist präsent, aber Höflichkeit gebietet, nicht zu provozieren.
Wetter-Philosophie: „Four seasons in one day“ ist kein Scherz – das Wetter wechselt ständig. Edinburghers ziehen sich in Schichten an, tragen immer einen Regenschirm, und beschweren sich niemals über Regen (es ist einfach… Normalität). Die Redewendung „if you don’t like the weather, wait five minutes“ ist Lebensphilosophie.
Pub-Kultur: Pubs sind soziale Zentren, nicht nur Trinklokale. Gespräche mit Fremden an der Bar sind normal und erwünscht. Ein „Dram“ (Whisky) ist oft Teil des Abends, aber Schotten trinken nicht, um betrunken zu werden – sie trinken, um zu genießen und zu reden.
Praktische Tipps
Trinkgeld-Etikette:
- Restaurants: 10-12% bei gutem Service (manchmal schon inkludiert, check die Rechnung)
- Pubs: Nicht üblich an der Bar, aber 10% bei Tischservice
- Taxis: Aufrunden oder 10%
- Cafés: Kleingeld im Tip-Jar ist nett
Geschäfts-Öffnungszeiten:
- Geschäfte: Mo-Sa 9:00-18:00 Uhr (Do oft bis 20:00 Uhr), So 11:00-17:00 Uhr
- Supermärkte: Täglich bis 22:00 Uhr oder 24/7
- Restaurants: 12:00-22:00 Uhr
- Pubs: 11:00-24:00 Uhr (oft länger Fr/Sa)
Bezahlung (Karte vs. Cash):
- Karten werden fast überall akzeptiert, auch kontaktlos
- Busse: Exact change oder kontaktlos (keine Karten, die nicht kontaktlos sind)
- Kleinere Pubs und Märkte: beides funktioniert
- Tipp: £20-50 bar dabei haben für Notfälle
Kommunikation: Wichtige Phrasen
- „Aye“ – Ja (ausgesprochen wie „eye“)
- „Wee“ – Klein (a wee dram = ein kleiner Whisky)
- „Bonnie“ – Schön, hübsch
- „Braw“ – Großartig (Scots dialect)
- „Cheers“ – Danke / Prost
- „Haud yer wheesht“ – Sei still (humorvoll)
- „Dinnae fash yersel“ – Mach dir keine Sorgen
Besondere Eigenarten:
- Edinburghers sind höflich, aber zurückhaltend – Smalltalk ist weniger üblich als in südlicheren Ländern
- Die Stadt wird „Edin-bur-a“ ausgesprochen, nicht „Edin-burg“
- Sundays are quieter – viele Geschäfte öffnen später, manche Restaurants sind geschlossen
- Hogmanay (Silvester) ist in Edinburgh ein riesiges Fest – wenn du über Neujahr da bist, erwarte Menschenmassen, Straßenparties und spektakuläre Feuerwerke
Wetter & Kleidung:
- Edinburgh ist kühler als südliches Großbritannien – selbst im Sommer brauchst du Layering
- Regen ist häufig, aber selten stark – ein leichter Nieselregen („drizzle“) ist typisch
- Wind ist konstant, besonders auf Hügeln – Windbreaker ist wichtiger als Regenschirm
- Im Winter (Dez-Feb) wird es früh dunkel (15:30-16:00 Uhr), aber die beleuchtete Stadt ist magisch
Sicherheit: Edinburgh ist sehr sicher für Touristen. Die üblichen Vorsichtsmaßnahmen gelten – auf Wertsachen achten in Menschenmengen, nachts belebte Straßen bevorzugen. Die Locals sind hilfsbereit, wenn du verloren bist oder Fragen hast.
Edinburgh für jeden Reisetyp: Dein perfekter Trip-Style
Edinburgh für junge Leute & Studenten
Edinburgh ist eine Studentenstadt mit vier Universitäten und entsprechend lebendiger, günstiger Szene. Die Cowgate und Grassmarket sind voller Student-Bars mit günstigen Drinks (Happy Hours 17-20 Uhr oft 2-for-1). The Three Sisters und Biddy Mulligans sind beliebte Party-Spots.
Festival-Zeit (August): Die Stadt explodiert mit dem Edinburgh Festival Fringe – Comedy, Theater, Straßenperformance überall. Viele Shows sind günstig (£5-15), und die Atmosphäre ist elektrisch. Perfect for young travelers.
Budget-Aktivitäten:
- Viele Museen sind kostenlos (National Museum, Portrait Gallery, Writers‘ Museum)
- Arthur’s Seat Wanderung – kostenlos, spektakulär
- Free Walking Tours (Tip-based)
- Stockbridge Sunday Market – günstige Street Food, lokale Vibe
Edinburgh Städtetrip für Paare: Romantik mit Rauheit
Edinburgh ist nicht konventionell romantisch wie Paris – es ist düster-romantisch, Gothic-romantisch. Die Schönheit ist melancholisch, die Atmosphäre intensiv.
Romantische Erlebnisse:
- Sunset auf Calton Hill mit einer Flasche Wein (diskret) – die Stadt leuchtet golden auf
- Dinner bei The Witchery – Gothic, opulent, kerzenbeleuchtete Räume wie aus einem Vampirfilm
- Spaziergang durch Dean Village bei Dämmerung – märchenhafte Kulisse
- Privates Whisky-Tasting in einer der kleinen Bars
- Holyrood Park Picknick mit Blick auf Arthur’s Seat
Insider-Tipp: Ein Spaziergang entlang des Water of Leith Walkway bei Sonnenuntergang – überraschend ruhig, grün, und romantisch, ohne kitschig zu sein.
Städtereise Edinburgh mit Kindern: Familienfreundliches Schottland
Edinburgh ist überraschend kinderfreundlich – viele Attraktionen sind interaktiv, und die Stadt ist kompakt genug, dass Kinder nicht zu viel laufen müssen.
Kinderfreundliche Attraktionen:
- Edinburgh Castle – Kinder lieben Burgen, Waffen und Rüstungen
- National Museum of Scotland – interaktive Displays, Dinosaurier, Technik (kostenlos!)
- Camera Obscura & World of Illusions – fünf Stockwerke voll optischer Täuschungen, Spiegelräume, und Illusionen (£18 Erwachsene, £13 Kinder)
- Edinburgh Zoo – Pandas, Pinguine (inkl. Sir Nils Olav III, der Pinguin-Brigadier der norwegischen Garde!), großes Gelände
- Dynamic Earth – interaktives Science Centre über Erde, Weltraum, Evolution (£17 Erwachsene, £11 Kinder)
- Ghost Tours – für ältere Kinder (10+) spannend, aber gruselig
- Eine geführte Harry Potter Tour durch die Stadt.
Parks & Outdoor:
- Holyrood Park – viel Platz zum Rennen, Schafe bestaunen, leichte Wanderungen
- Princes Street Gardens – Spielplätze, offene Flächen
- Portobello Beach – Strand mit Promenade, Fish & Chips, Sandburgen
Familienrestaurants: Die meisten Restaurants sind kinderfreundlich – Kindermenüs, Hochstühle verfügbar. Pubs servieren oft gutes Family-Friendly Food.
Praktische Tipps:
- Busse und Trams sind kinderwagenfreundlich
- Unter-5-Jährige fahren kostenlos
- Viele Attraktionen haben Familienrabatte
Edinburgh für Geschichts- & Literatur-Fans
Edinburgh ist ein Paradies für History Buffs und Buchliebhaber – die Stadt atmet Geschichte, und ihre literarische DNA ist unübertroffen.
Must-Sees:
- Edinburgh Castle – Schottlands Geschichte in Stein
- Mary King’s Close & Blair Street Vaults – unterirdische Geschichte
- Palace of Holyroodhouse – Mary Queen of Scots, Intrigen, Mord
- Scottish Parliament – moderne politische Geschichte
- National Museum – Jahrtausende Geschichte unter einem Dach
Literarische Orte:
- Writers‘ Museum (kostenlos) – Robert Burns, Sir Walter Scott, Robert Louis Stevenson
- Elephant House Café – wo J.K. Rowling Harry Potter schrieb (mittlerweile sehr touristisch, aber historisch bedeutsam)
- Scottish Poetry Library – beherbergt mysteriöse Papierskulpturen, die 2011 anonym in der Stadt aufgetaucht sind
- Makars‘ Court – Steine mit Zitaten schottischer Schriftsteller
- Deacon Brodie’s Tavern – benannt nach dem Tischler-Einbrecher, der Stevenson zu Jekyll & Hyde inspirierte
Literarische Touren: Es gibt geführte Touren zu Orten aus Ian Rankin’s Rebus-Romanen, zu literarischen Pubs, zu Sehenswürdigkeiten aus klassischer schottischer Literatur.
Buchläden:
- The Edinburgh Bookshop in Bruntsfield – Independent, kuratiert, gemütlich
- Armchair Books – Second-hand, chaotisch, voller Schätze
- Blackwell’s – Akademisch, riesig, auf mehreren Etagen
Insider-Tipp: Edinburgh ist eine UNESCO City of Literature – die erste Stadt weltweit, die diesen Titel 2004 erhielt. Überall in der Stadt findest du literarische Spuren, von Statuen über Gedenktafeln bis zu Buchläden in alten Telefonzellen.
Fazit: Warum Edinburgh dein nächstes Reiseziel werden sollte
Ein Städtetrip Edinburgh ist keine Reise zu polierter Perfektion oder sonnenverwöhnter Leichtigkeit – es ist eine Begegnung mit einer Stadt, die aus vulkanischem Fels emporstieg und ihre Geschichte in jedem Kopfsteinpflaster, jedem Close, jedem windgepeitschten Hügel trägt. Zwischen dem Castle, das über der Stadt thront wie ein steinerner Wächter, und Arthur’s Seat, jenem schlafenden Vulkan, der Edinburgh zu seinen Füßen ausgebreitet sieht, liegt eine Stadt der Kontraste: mittelalterliche Old Town trifft auf elegante georgianische New Town, düstere Ghost-Stories auf Enlightenment-Philosophie, Tradition auf kreative Rebellion.
Die Stadt fragt nicht nach deiner Bestätigung – sie steht da, selbstbewusst und leicht introvertiert, und offenbart sich nur denen, die bereit sind, unter die Oberfläche zu schauen. Für Reisende, die Tiefe über Glanz suchen, die verstehen wollen, wie Ideen die Welt veränderten (die Schottische Aufklärung begann hier), und die bereit sind, vier Jahreszeiten an einem Tag zu erleben – für die ist Edinburgh eine Offenbarung. Es ist nicht Liebe auf den ersten Blick, sondern etwas Komplexeres: die Erkenntnis, dass wahre Schönheit oft melancholisch ist, dass Geschichte lebendig bleibt, wenn man ihr Raum gibt, und dass die besten Städte nicht perfekt sind, sondern authentisch.
Edinburgh ist übrigens eines unserer vielen beliebten Blind Booking Reiseziele in Großbritannien! Wusstest du, dass du unsere Überraschungsreisen auf eine oder mehrere Himmelsrichtungen eingrenzen kannst? Andere Lieblingsdestinationen in UK sind z.B. Kurztrips nach Birmingham, Städtetrips nach London oder Städtereisen nach Manchester. Lust auf eine andere Himmelsrichtung? Kein Problem: Du kannst das bei deiner Auswahl angeben und unser Algorithmus stellt dir basierend auf deinen Vorlieben den perfekten Städtetrip zusammen.
