Ein Blookery Städtetrip Birmingham führt dich in die Stadt, die die moderne Welt buchstäblich geschmiedet hat – und dann vergessen hat, damit zu prahlen. Während andere britische Städte ihre Geschichte in Museen konservieren, lebt Birminghams industrielles Erbe noch immer in funktionierenden Werkstätten, in Familienbetrieben, die seit Generationen bestehen, und in Techniken, die noch immer von Meister zu Lehrling weitergegeben werden. Dies ist die Stadt, in der Matthew Boulton, James Watt und Erasmus Darwin sich monatlich bei Vollmond in Tavernen trafen und nichts Geringeres planten als die Neugestaltung der menschlichen Zivilisation – und Erfolg hatten.
Dampfmaschinen, Gasbeleuchtung, moderne Fertigung: alles begann in Birminghams Werkstätten. Heute hat sich die „City of a Thousand Trades“ neu erfunden, ohne ihre Seele zu verlieren: Viktorianische Schmuckwerkstätten stehen neben hippen Coffee Roastern, Kanäle, die einst Kohle transportierten, sind heute von bunten Narrowboats gesäumt, und in ehemaligen Fabrikhallen experimentieren Künstler und Startup-Gründer mit der Zukunft. In diesem Guide findest du alle wichtigen Antworten für einen gelungenen Kurzurlaub – von Anreise und Sehenswürdigkeiten über kulinarische Geheimtipps bis hin zu Insider-Wissen, das dir niemand vorher verrät.
Dein Birmingham Städtetrip auf einen Blick
| Flughäfen in der Nähe | Birmingham Airport (BHX) – ca. 13 km vom Zentrum |
|---|---|
| Top 3 Must-Sees | Jewellery Quarter, Kanalbootfahrt, Back to Backs |
| Kulinarisches Highlight | Balti Curry im Balti Triangle & lokale Märkte |
| Insider-Tipp | Die Katakomben unter dem Warstone Lane Cemetery – zwei konzentrische Backsteinringe mit viktorianischen Gräbern und gespenstischer Akustik, die kaum jemand kennt |
Table of Contents
Wie komme ich am besten vom Flughafen zum Stadtzentrum von Birmingham?
Am bequemsten gelangt man vom Flughafen ins Zentrum mit der Bahn. Über einen kostenlosen Air‑Rail‑Link ist der Airport Railway Station direkt ans Terminal angeschlossen. Die Züge fahren von dort in etwa zehn bis fünfzehn Minuten zur zentral gelegenen Birmingham New Street Station, und die Tickets kosten rund drei bis vier Pfund.
Für Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln gibt es neben der Bahn auch drei Buslinien – X1, X12 und 96 – die den Flughafen mit der Innenstadt verbinden. Die Fahrt dauert etwa 25 bis 30 Minuten und ein Einzelticket kostet um die drei Pfund.
Taxi‑ oder Fahrdienstfahrten dauern abhängig vom Verkehr ungefähr 20 bis 30 Minuten und liegen preislich bei etwa 25 bis 35 Pfund. Wer öfter unterwegs ist oder länger bleibt, sollte sich eine wiederaufladbare Swift‑Travelcard besorgen, um Busse, Trams und Züge unkompliziert und meist günstiger zu nutzen.
Die Top Sehenswürdigkeiten in Birmingham + echte Geheimtipps
Must-See bei einem Städtetrip Birmingham (2 Tage)
1. Jewellery Quarter – wo die Stadt noch schmiedet

Das Jewellery Quarter ist das schlagende Herz des alten Birmingham – ein Viertel, in dem noch immer über 500 Juweliere, Goldschmiede und Schmuckdesigner arbeiten. Die viktorianischen Backsteinwerkstätten mit ihren hohen Fenstern (gebaut, um jeden Lichtstrahl für die Feinarbeit einzufangen) sind größtenteils noch in Betrieb. Hier arbeiten vierte Generationen von Handwerkern mit Werkzeugen, die ihre Urgroßväter schon benutzten. Der Geruch von Metallpolitur und altem Leder liegt in der Luft, und morgens um sieben, wenn die ersten Werkstätten öffnen, hörst du das rhythmische Klopfen der Hämmer auf Ambossen.
Das Museum of the Jewellery Quarter ist in einer perfekt erhaltenen Werkstatt aus dem Jahr 1899 untergebracht – Smith & Pepper’s schloss 1981 seine Türen, und alles blieb genau so stehen. Werkzeuge liegen noch auf den Bänken, halbfertige Stücke warten auf Vollendung, und Teetassen stehen auf den Tischen. Es ist wie eine Zeitkapsel, die zeigt, wie Birmingham wirklich funktionierte.
Öffnungszeiten: Viertel 24/7 zugänglich, Museum Di-So 10:30-17:00 Uhr
Eintritt: Viertel kostenlos, Museum ca. 8 £
Zeitbedarf: 2-4 Stunden zum Schlendern und Stöbern
Insider-Tipp: Besuche die St Paul’s Church (die „Jewellers‘ Church“) mit ihrem prächtigen georgianischen Interieur, und komm freitags, wenn viele Werkstätten Open-House-Tage haben und du den Handwerkern bei der Arbeit zusehen kannst.
2. Die Kanäle – mehr als Venedig, weniger Romantik, mehr Charakter

Birmingham hat mehr Kanäle als Venedig – 56 Kilometer Wasserstraßen, die sich durch die Stadt schlängeln. Diese Wasserstraßen waren nicht für Romantik gebaut, sondern als Autobahnen der industriellen Revolution: Kohle rein, fertige Waren raus. Heute sind sie das Rückgrat von Birminghams Wiedergeburt. Bunte Narrowboats (schmale Hausboote) liegen vertäut, wo einst Lastkähne warteten. Die alten Backsteinlager sind zu Künstlerateliers, hippen Bars und Restaurants geworden.
Eine Kanalbootfahrt zeigt dir die Stadt von ihrer besten Seite – vorbei an Gas Street Basin (dem lebendigen Kanalknotenpunkt mit Pubs und Restaurants), unter viktorianischen Brücken hindurch und durch Tunnel, in denen noch die alten gasbetriebenen Laternen brennen. Manche Abschnitte sind überraschend grün und ruhig, andere führen direkt durch das pulsierende Herz der Stadt. Im Sommer kannst du dir ein eigenes Boot mieten oder eine der geführten Touren nehmen.
Öffnungszeiten: Kanäle 24/7 zugänglich, Bootstouren saisonal
Eintritt: Spaziergang kostenlos, Bootstour ca. 8-15 £
Zeitbedarf: 1-2 Stunden Spaziergang, 1-2 Stunden Bootstour
Insider-Tipp: Der Towpath (Treidelpfad) entlang des Worcester & Birmingham Canal bei Sonnenaufgang ist magisch – das Licht fängt sich in den Backsteinmauern, Nebel steigt vom Wasser auf, und du riechst noch die Eisenspäne, die seit 200 Jahren in den Mauern eingeschlossen sind.
3. Back to Backs – Leben in der industriellen Revolution

Die Back to Backs sind Großbritanniens letzte erhaltene Hinterhof-Reihenhäuser – winzige Behausungen, in denen Arbeiterfamilien Wand an Wand mit ihren Nachbarn lebten, ohne Gärten, ohne Privatsphäre, oft zu acht oder zehn in zwei kleinen Räumen. Das National Trust hat vier dieser Häuser restauriert und zeigt, wie Menschen hier von den 1840ern bis in die 1970er Jahre lebten. Die Führung (nur mit Guide möglich) ist bewegend und intim – du siehst die abgewetzten Holzböden, die winzigen Betten, die gemeinsamen Waschräume im Hof, und verstehst plötzlich, warum die Menschen hierher kamen trotz der Härte: Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Jedes Haus erzählt die Geschichte einer Familie: die jüdischen Schneider, die muslimischen Schmiede, die irischen Waschfrauen. Es ist Birminghams Geschichte in Miniatur – eine Stadt gebaut von Menschen, die mit nichts ankamen außer Arbeitswillen und Träumen.
Öffnungszeiten: Di-So, nur mit Führung (begrenzte Plätze)
Eintritt: ca. 11 £ (National Trust Mitglieder frei)
Zeitbedarf: 1-1,5 Stunden (Führung)
Insider-Tipp: Buche online im Voraus – die Touren sind oft ausverkauft. Die emotionale Wirkung ist stärker als bei jedem Museum, das du je besucht hast.
4. Library of Birmingham – das moderne Wahrzeichen
Diese schimmernde, facettierte Struktur aus vergoldetem Metall und Glas ist die größte öffentliche Bibliothek Großbritanniens und ein Statement: Birmingham investiert in Bildung und Kultur. Die Architektur ist atemberaubend – von außen sieht das Gebäude aus wie ein gestapelter Schatz, innen öffnen sich luftige Atrien mit Treppen, die ins Licht führen. Die Dachgärten bieten Panoramablicke über die Stadt.
Aber das Besondere: Die Bibliothek verleiht nicht nur Bücher, sondern auch Saatgutpakete – du leihst dir Samen, ziehst deine Pflanzen, und bringst frische Samen zurück nach der Ernte. Es ist typisch Birmingham: praktisch, gemeinschaftsorientiert, und mit einem Hauch von Poesie.
Öffnungszeiten: Mo-Sa 11:00-19:00 Uhr, So 11:00-17:00 Uhr
Eintritt: Kostenlos
Zeitbedarf: 1-2 Stunden
Insider-Tipp: Fahre mit dem Aufzug in den 7. Stock zu den Dachgärten – oft menschenleer, wunderbarer Blick, und eine Oase der Ruhe mitten in der Stadt.
Should-See bei einem Birmingham Kurztrip (3-5 Tage)
5. Custard Factory – Kreativität in alten Mauern
Die ehemalige Bird’s Custard Fabrik (ja, die mit dem berühmten Vanillepudding-Pulver) ist heute ein pulsierendes Kreativquartier. In den alten Produktionshallen arbeiten Designer, Künstler, Fotografen und Startups. Vintage-Shops stehen neben Independent-Buchläden, Cafés servieren Third-Wave-Coffee neben veganen Kuchen, und die Wände sind bedeckt mit Street Art. Es ist Gentrifizierung, aber die sanfte Art – die industrielle Architektur wurde bewahrt, und der Geist des Ortes respektiert.
Freitags ist Late Night Market mit Food Trucks, Live-Musik und einem Vintage-Flohmarkt. Die Atmosphäre ist entspannt, jung, multikulturell – das moderne Birmingham in Reinform.
Öffnungszeiten: Variiert nach Geschäft, generell täglich 10:00-18:00 Uhr
Eintritt: Kostenlos
Zeitbedarf: 1-3 Stunden
Insider-Tipp: Donnerstags gibt’s bei „Baked in Brick“ Pizza aus dem Holzofen für 5-7 £ – komm früh, die Schlange wird lang.
6. Cadbury World – Schokolade mit Geschichte
Birmingham und Schokolade sind untrennbar verbunden – die Quäker-Familie Cadbury baute hier nicht nur eine Fabrik, sondern ein ganzes Modelldorf (Bournville) für ihre Arbeiter, komplett mit Schulen, Parks und bezahlbarem Wohnraum. Cadbury World erzählt diese Geschichte und führt dich durch die Schokoladenproduktion. Ja, es ist touristisch, aber auch charmant, lehrreich, und du bekommst jede Menge kostenlose Proben.
Öffnungszeiten: Täglich, Zeiten variieren saisonal
Eintritt: ca. 19-25 £ (online günstiger)
Zeitbedarf: 2-3 Stunden
Insider-Tipp: Das Dorf Bournville selbst ist sehenswert – grüne Straßen, Arts-and-Crafts-Häuser, und der Carillon Tower, dessen Glockenspiel täglich um 12 Uhr erklingt.
7. Digbeth – Street Art Mekka
Digbeth ist Birminghams rohes, ungefil tertes Kreativviertel. Ehemalige Lagerhallen und viktorianische Arkaden sind bedeckt mit spektakulären Murals – Wölfe, die aus Backstein hervorbrechen, psychedelische Portale, politische Statements. Die Street-Art-Szene hier ist lebendig und ändert sich ständig. In denselben Gebäuden arbeiten Glasbläser, probieren Brauer Craft-Biere, und servieren Hipster-Cafés flat whites in ehemaligen Industrieräumen.
Freitagabends erwacht Digbeth zum Leben mit Pop-up-Bars, Live-Musik und einem improvisierten Soundsystem, das plötzlich auf einem Kanalboot auftaucht.
Öffnungszeiten: 24/7 zugänglich
Eintritt: Kostenlos
Zeitbedarf: 2-3 Stunden
Insider-Tipp: Die „Digbeth Dining Club“ (Street-Food-Markt) findet jeden Freitag und Samstag statt – über 30 Food-Trucks, live DJs, und die beste kulinarische Vielfalt der Stadt.

Geheimtipps und Foto Spots für deinen Birmingham Städtetrip
Die Katakomben von Warstone Lane Cemetery
Unter dem viktorianischen Friedhof im Jewellery Quarter verbergen sich zwei konzentrische Backsteinringe, die wie ein Labyrinth mit Gräbern ausgekleidet sind. Die Katakomben wurden bei Kerzenlicht gebaut und sind heute ein gespenstischer, faszinierender Ort. Stehe im Zentrum der Ringe und flüstere – deine Stimme kehrt als Chor zurück, eine akustische Eigenart, die die Viktorianer liebten. Die Atmosphäre ist gespenstisch schön, und nur wenige Besucher wissen von diesem Ort.
Öffnungszeiten: Begrenzte Öffnungszeiten, oft nur bei speziellen Führungen
Eintritt: ca. 5-8 £ bei Führungen
Zeitbedarf: 45-60 Minuten
Insider-Tipp: Die Friends of Key Hill & Warstone Lane Cemetery organisieren gelegentlich Candlelight-Touren – magisch und unvergesslich.
Coffin Works – wo der Tod Stil hatte
Dieses Museum ist wunderbar absurd: eine perfekt erhaltene viktorianische Werkstatt, die bis 1998 Sargbeschläge herstellte – Griffe, Platten, Ornamente. Die Fabrik schloss an einem Freitag, und am darauffolgenden Montag öffnete sie als Museum, mit allem genau so, wie der letzte Arbeiter es hinterlassen hatte. Teetassen auf den Tischen, Werkzeuge auf den Bänken, unfertige Aufträge. Es ist praktisch, unprätentiös und leicht morbid – typisch Birmingham.
Öffnungszeiten: Sa-So und ausgewählte Wochentage, nur mit Führung
Eintritt: ca. 7 £
Zeitbedarf: 1 Stunde
Insider-Tipp: Die Guides erzählen mit schwarzem Humor von der „Sarg-Mode“ verschiedener Epochen – erstaunlich unterhaltsam.
Sarehole Mill – Tolkiens Kindheit
J.R.R. Tolkien wuchs in Sarehole auf, einem Vorort Birminghams, und diese Wassermühle aus dem 18. Jahrhundert inspirierte ihn angeblich für das Auenland. Das Mühlrad dreht sich noch, der Bach plätschert, und die ländliche Idylle ist überraschend nah an der Stadt. Für Tolkien-Fans ein Muss, für alle anderen ein charmanter Ausflug in die Vergangenheit.
Öffnungszeiten: Di-So, saisonal variierend
Eintritt: ca. 5 £
Zeitbedarf: 1-1,5 Stunden
Insider-Tipp: Kombiniere den Besuch mit einem Spaziergang durch Moseley Bog, das Naturschutzgebiet, wo der junge Tolkien spielte – angeblich die Inspiration für den Alten Wald.
Fotospots: Die besten Instagram-Locations
Gas Street Basin bei Sonnenuntergang, wenn die bunten Narrowboats im goldenen Licht schaukeln und die viktorianischen Lager sich im Wasser spiegeln. Die Library of Birmingham von außen – besonders bei blauem Himmel, wenn das vergoldete Metall glänzt. Digbeth Street Art – riesige Murals, besonders die Wölfe und die Graffiti-Gassen. Jewellery Quarter bei Morgenlicht, wenn die hohen Werkstattfenster das Licht einfangen. The Rotunda – der ikonische zylindrische Turm aus den 60ern, entweder von unten fotografiert oder vom Cocktail-Bar im 25. Stock. St Philip’s Cathedral Square mit der neobarocken Kathedrale und modernen Skulpturen. Spaghetti Junction – Großbritanniens berühmtestes Autobahnkreuz, brutal und schön zugleich (vom Salford Park fotografieren).

Kulinarischer Birmingham Guide: Wo Locals wirklich essen
Traditionelle Küche: Was du unbedingt probieren musst
Balti ist Birmingham’s kulinarischer Stolz – und eine echte Erfindung der Stadt. In den 1970er Jahren adaptierten Kaschmir-Einwanderer ihre Heimatrezepte für lokale Zutaten und Geschmäcker und kreierten den Balti: ein wok-gebratenes Curry, serviert im selben Stahlgefäß, in dem es gekocht wurde (angeblich hat die Form eines Sikh-Soldaten-Helms als Vorbild gedient). Das Balti Triangle in Sparkbrook und Sparkhill ist das Epizentrum – Dutzende Restaurants servieren bis 4 Uhr morgens Balti mit Naan-Brot in der Größe von Autolenkrädern und Konversationen in sechs Sprachen.
Hinweis: In den 1990er‑Jahren existierten über 30 Balti‑Häuser; bis 2023 waren nur vier übrig. Bitte informiere dich, welche aktuell noch in Betrieb sind.
Faggots and Peas ist traditionelle Midlands-Küche: Fleischklößchen aus Innereien, Zwiebeln und Kräutern, serviert mit Erbsenpüree und reichlich Salbei-Sauce. Es ist Arbeiter-Essen, deftig und ehrlich. Am Bullring Market bekommst du die authentische Version.
Pork Scratchings (knusprige Schweinekrusten) sind der ultimative Pub-Snack – fettig, salzig, und perfekt zum Bier.
Insider-Tipp: Ein echtes Birmingham-Frühstück beginnt mit einer „Bap“ – einem weichen Brötchen gefüllt mit Bacon, Wurst und brauner Sauce vom Imbiss am Bullring Market.

Restaurant-Empfehlungen nach Preisklassen
Budget (€)
Original Patty Men in Bournville serviert die besten Burger der Stadt zu fairen Preisen – 100% Birmingham-gezüchtetes Rind, handgefertigte Patties, kreative Toppings (5-8 £).
Bullring Markets bieten alles von jamaikanischen Patties über polnische Pierogis bis zu traditionellen Pies – authentisch, günstig, und voller Leben (3-6 £).
Rag Market ist Birminghams chaotischer Indoor-Flohmarkt, aber versteckt zwischen Vintage-Klamotten und sowjetischen Gasmasken gibt es Food-Stände mit unschlagbaren Preisen (2-5 £).
Mittelklasse (€€)
Original Balti in Ladypool Road – das ist kein einzelnes Restaurant, sondern eine ganze Straße voll. Al Frash (mittlerweile geschlossen), Shababs (eines der authentischsten Balti-Häuser!) und Adil’s (ebenfalls dauerhaft geschlossen) sind alle exzellent. Bestell gemischte Baltis, teile mit Freunden, und iss bis du nicht mehr kannst (10-15 £ pro Person).
Purnell’s Bistro (durch Regina’s ersetzt) bietet gehobene britische Küche mit Michelin-Touch, aber zu zivilen Preisen. Der Chef Glynn Purnell ist ein Birmingham-Kind, das der Stadt treu geblieben ist (Hauptgerichte 15-20 £).
Indian Streatery in der Custard Factory serviert moderne indische Street-Food-Fusion – Dosa-Tacos, Naan-Pizzas, und alles ist köstlich und Instagrammable (8-12 £).
Gehobenes Dining (€€€)
Opheem (1 Michelin-Stern) ist Aktar Islam’s moderne Interpretation seiner indischen Wurzeln – Mogul-Gewürze treffen auf molekulare Gastronomie. Das Tasting-Menü ist eine Reise (ca. 100 £).
Adams (1 Michelin-Stern) in einem georgianischen Stadthaus serviert Küche auf höchstem Niveau mit Fokus auf britischen Produkten und perfekter Ausführung (Tasting-Menü ca. 95 £).
Purnell’s (1 Michelin-Stern) ist die Fine-Dining-Adresse von Glynn Purnell mit verspielten Gerichten wie „Yolk of a Yolk“ und „Fish Fingers and Custard“ (Tasting-Menü ca. 90 £).
Street Food & Märkte: Wo finden, was probieren
Digbeth Dining Club (Freitag & Samstag) ist Birminghams Street-Food-Mekka – über 30 Trucks, alles von koreanischen BBQ-Tacos über äthiopische Injera bis zu britischem Slow-roasted Pork. Die Vibes sind entspannt, die Musik ist laut, und die Qualität ist durchweg hoch (5-10 £ pro Gericht).
Bullring Markets sind das authentische Birmingham – hier kaufen Locals seit Jahrhunderten ein. Die Indoor-Märkte (Bullring Indoor Market und Rag Market) bieten frische Produkte, Käse, Fleisch, und jede Menge internationale Spezialitäten. Der Outdoor Bullring Open Market (Di, Do, Fr, Sa) ist chaotisch und lebendig.
Moseley Farmers Market (vierter Samstag im Monat) ist Birminghams bester Bauernmarkt – lokale Produzenten, handwerkliche Produkte, und eine entspannte Vorstadtatmosphäre.
Insider-Tipp: Der Balti Triangle ist nachts am besten – komm nach 22 Uhr, wenn die Restaurants voller Einheimischer sind, die nach der Kneipe noch Hunger haben.
Pub-Kultur: Beste Pubs für Pausen zwischen Sightseeing
The Old Joint Stock in der Nähe der Cathedral ist ein prächtiger viktorianischer Pub mit hohen Decken, Theaterbühne und hervorragendem Ale. Die Atmosphäre ist großartig – Geschäftsleute beim Lunch, Theaterbesucher vor der Show, und immer gute Gespräche an der Bar.
The Wellington ist ein echtes Real Ale Pub – über 15 handgepumpte Biere, keine Musik, keine Screens, nur Konversation und großartiges Bier. Die Locals nehmen ihr Bier ernst, und die Bedienung berät gerne.
The Anchor in Digbeth ist einer der wenigen Orte, wo tatsächlich Szenen von Peaky Blinders gedreht wurden. Der Pub ist rustikal, authentisch, und hat Craft-Biere von lokalen Brauereien.
Insider-Tipp: Brummies sagen nie „I’m going to Birmingham“ – sie sagen „I’m going into town“, als wäre das Stadtzentrum eine eigene Entität. Adoptiere diese Sprechweise, und du erntest Anerkennung. Übrigens gibt’s auch geführte Pub-Touren im „Slogging Gang“-Stil.

Einen Birmingham Städtetrip in 2–3 Tagen perfekt erleben
Tag 1 in Birmingham: Industrielles Erbe & Kanäle
Beginne deinen Tag im Jewellery Quarter gegen 9 Uhr, wenn die Werkstätten öffnen und das Viertel erwacht. Schlendere durch die Straßen, schau in Schaufenster, und besuche das Museum of the Jewellery Quarter für einen faszinierenden Einblick in die Arbeitswelt des 19. Jahrhunderts (1,5 Stunden). Von dort sind es 10 Minuten zu Fuß zur St Paul’s Church, der prächtigen georgianischen „Jewellers‘ Church“.
Gegen 11:30 Uhr gehst du zum Gas Street Basin (15 Minuten zu Fuß), dem lebendigen Kanalknotenpunkt. Hier startet deine Kanalbootfahrt – nimm eine der einstündigen Touren, die dich durch die Wasserstraßen führt und die Stadt aus einer völlig anderen Perspektive zeigt. Du gleitest unter viktorianischen Brücken hindurch, vorbei an bunten Narrowboats und durch Tunnel mit gasbetriebenen Laternen.
Mittags isst du im Canalside in Brindleyplace – moderne britische Küche mit Blick aufs Wasser. Nach dem Essen spazierst du entlang des Kanaltowpaths Richtung Library of Birmingham (20 Minuten). Die Bibliothek selbst ist beeindruckend – nimm den Aufzug zu den Dachgärten im 7. Stock für Panoramablicke und eine ruhige Pause (1 Stunde).
Vom Library-Dach siehst du bereits das nächste Ziel: das Birmingham Museum & Art Gallery direkt gegenüber. Die Sammlung präraffaelitischer Kunst ist eine der besten weltweit, und die viktorianischen Galerien sind prachtvoll (1,5 Stunden).
Abends geht’s zum Balti Triangle – nimm ein Taxi oder die Busse 1 oder 35 nach Sparkbrook (15 Minuten). Hier erlebst du authentische Birmingham-Küche in einem der vielen Balti-Restaurants. Al Frash oder Adil’s sind beide exzellent. Bestell verschiedene Baltis zum Teilen, Naan-Brot in Wagengröße, und iss bis du platzt.
Pausentipp: Nachmittags einen Kaffee im Quarter Horse Coffee Roasters im Jewellery Quarter – Third-Wave-Coffee in industriellem Setting.
Schlechtwetter-Alternative: Statt Kanalbootfahrt das Thinktank Science Museum besuchen – interaktiv, familienfreundlich, und komplett überdacht.
Tag 2 in Birmingham: Kultur & versteckte Schätze
Der zweite Tag beginnt mit den Back to Backs (10 Uhr Führung, online vorbuchen!). Diese intime Tour durch die erhaltenen Arbeiterhäuser ist bewegend und lehrreich (1,5 Stunden). Du verstehst danach besser, wer Birmingham wirklich gebaut hat.
Von den Back to Backs spazierst du durch Digbeth (15 Minuten), Birminghams Street-Art-Viertel. Nimm dir Zeit, die Murals zu bewundern, in Vintage-Shops zu stöbern, und die rohe Kreativität zu spüren, die hier herrscht. Gegen Mittag besuchst du die Custard Factory für Lunch – vielleicht bei Indian Streatery für moderne indische Street-Food-Fusion.
Nachmittags nimmst du den Bus nach Bournville (20 Minuten) für einen Besuch bei Cadbury World. Ja, es ist touristisch, aber auch charmant, lehrreich, und die kostenlosen Schokoladen-Proben machen glücklich (2-3 Stunden). Spaziere danach durch das Modelldorf Bournville – die grünen Straßen und Arts-and-Crafts-Häuser zeigen viktorianische Utopie in Aktion.
Zurück in der Stadt (Bus 20 Minuten) besuchst du am frühen Abend die Coffin Works – morbider Spaß und ein perfekt erhaltenes Stück Birmingham-Geschichte (1 Stunde). Wenn es noch hell ist, spaziere zum nahegelegenen Warstone Lane Cemetery und schau dir die viktorianischen Grabmale an – vielleicht hast du Glück und findest eine der seltenen Führungen durch die Katakomben.
Abendessen im Purnell’s Bistro oder The Wilderness (beide mit Michelin-Bezug, aber erschwinglich). Danach einen Drink im The Old Joint Stock Pub mit seiner theatralischen Atmosphäre.
Pausentipp: Nachmittags im Selly Manor Museum in Bournville – ein mittelalterliches Manor House mit Garten, perfekt zum Verschnaufen.
Schlechtwetter-Alternative: Statt Bournville das Ikon Gallery für zeitgenössische Kunst oder das Birmingham Repertory Theatre für eine Matinee-Vorstellung.
Tag 3 in Birmingham: Entspannte Erkundung & Shopping
Beginne den Tag gemütlich mit Frühstück im Boston Tea Party in der City oder in einem der hippen Cafés in der Custard Factory. Danach geht’s zum Bullring Shopping Centre – nicht nur zum Shoppen, sondern auch wegen der Architektur: Das futuristische Selfridges-Gebäude mit seinen 15.000 Aluminium-Discs ist ein Wahrzeichen.
Von Bullring spazierst du zum Bullring Indoor Market (direkt daneben) für authentisches Birmingham-Leben – Käse, Fleisch, Gewürze, Stoffe, und jede Menge internationale Spezialitäten. Hier holst du dir Lunch – vielleicht jamaikanische Patties oder polnische Pierogis (1-2 Stunden).
Nachmittags hast du die Wahl:
Option A – Kulturell: Besuche Sarehole Mill (Bus 35, 30 Minuten) für Tolkien-Geschichte und spaziere durch Moseley Bog, wo der junge Tolkien spielte.
Option B – Urban: Erkunde Moseley Village mit seinen Independent-Shops, Vintage-Boutiquen und Cafés – entspanntes Vorstadtflair.
Option C – Entspannt: Verbringe den Nachmittag im Cannon Hill Park, Birminghams schönstem Park mit Seen, Wäldern und dem MAC (Midlands Arts Centre) für Ausstellungen.
Abends gehst du zur Digbeth Dining Club (Freitag/Samstag), um das Street-Food-Festival mit über 30 Trucks, Live-Musik und entspannter Atmosphäre zu erleben. Oder du wählst ein Abschiedsessen bei Opheem (1 Michelin-Stern) für moderne indische Haute Cuisine.
Schlechtwetter-Alternativen: Shopping in überdachten Galerien, National SEA LIFE Centre Birmingham (Aquarium), oder ein ganzer Tag in Museen und Galerien.

Birmingham Kurzurlaub, wenn du 5–7 Tage Zeit hast
Tage 1-2 in Birmingham: Klassische Highlights
(Wie oben beschrieben)
Tage 3-5 in Birmingham: Tiefere Erkundung
Tag 3: Kunst, Architektur & Alternative Szene
Beginne im Ikon Gallery für zeitgenössische Kunst in einem konvertierten viktorianischen Schulgebäude (2 Stunden). Von dort spazierst du entlang der Kanäle zur Brindleyplace – moderne Entwicklung mit Restaurants, Bars und Kunst am Wasser. Mittags isst du im Simpsons in Edgbaston, einem Michelin-Stern-Restaurant mit erschwinglichen Lunch-Menüs.
Nachmittags besuchst du das Barber Institute of Fine Arts an der Universität (Bus 20 Minuten) – eine der besten kleinen Kunstsammlungen Großbritanniens mit Werken von Van Gogh, Monet, Picasso, kostenlos (2 Stunden). Der Campus selbst ist sehenswert mit seiner Backstein-Architektur.
Abends tauchst du in die Musik-Szene ein – Birmingham ist die Geburtsstadt von Heavy Metal (Black Sabbath), Reggae (Steel Pulse, UB40) und Grime. Hare & Hounds in Kings Heath oder The Night Owl in der City haben regelmäßig Live-Musik.
Tag 4: Black Country Living Museum & Industriegeschichte
Nimm die Metro nach Black Country Living Museum in Dudley (30 Minuten) – ein riesiges Freilichtmuseum, das das industrielle Leben der West Midlands von 1850-1950 zeigt. Actors in Kostümen arbeiten in nachgebauten Läden und Werkstätten, Straßenbahnen rattern vorbei, und du kannst Fish & Chips in einer viktorianischen Chippy essen. Es ist wie eine Zeitreise (halber bis ganzer Tag).
Alternativ oder zusätzlich: Dudley Canal Trust bietet Bootsfahrten durch Kalksteinhöhlen unter der Stadt – surreal und faszinierend.
Oder du kannst geführte Tagestouren nach Cotswolds (sehr empfehlenswert!) oder Stonehedge inkl. Bath buchen.
Zurück in Birmingham besuchst du Peaky Blinders-Drehorte auf eigene Faust: The Anchor Pub in Digbeth, Black Country Living Museum (wo viele Außenszenen gedreht wurden), und die Garrison Lane im Jewellery Quarter.
Tag 5: Stratford-upon-Avon Tagesausflug
Shakespeare’s Geburtsstadt ist nur 45 Minuten mit dem Zug entfernt. Besuche Shakespeare’s Birthplace, das Royal Shakespeare Theatre (vielleicht eine Matinee?), und spaziere entlang des River Avon. Die Stadt ist touristisch, aber charmant, und die Verbindung zu Birmingham ist historisch eng.
Alternativ: Warwick Castle (30 Minuten Zug) für mittelalterliche Geschichte und spektakuläre Architektur.
Tage 6-7: Weitere Erkundungen
Tag 6: Lichfield & Tamworth
Lichfield (30 Minuten Zug) ist eine wunderschöne Kathedralenstadt mit der einzigen dreifach getürmten Kathedrale Großbritanniens. Die Altstadt ist kompakt und malerisch. Samuel Johnson wurde hier geboren – sein Haus ist ein Museum.
Tamworth (20 Minuten Zug) hat ein normannisches Schloss und eine charmante Altstadt – weniger touristisch, sehr authentisch.
Tag 7: Entspannung & Favoriten wiederholen
Nutze den Tag, um deine Lieblingsorte nochmal zu besuchen, Souvenirs zu kaufen, oder einfach durch die Kanäle zu schlendern. Vielleicht ein letzter Balti, ein letzter Spaziergang durch den Jewellery Quarter, oder eine lange Nachmittag im Pub mit Locals, die dir Geschichten erzählen.
Schlechtwetter-Alternativen: Mehr Zeit in Museen, Thinktank Science Museum, Indoor-Shopping, oder Spa-Tag in einem der Hotels.
Birmingham Transport: ÖPNV & Co. optimal nutzen
Ticket-System erklärt
Birmingham nutzt das Swift-System für öffentliche Verkehrsmittel – eine wiederaufladbare Karte für Busse, Straßenbahnen (Trams) und Züge in den West Midlands. Du kannst auch kontaktlos mit Kreditkarte zahlen, aber Swift ist oft günstiger für mehrere Fahrten.
Einzelfahrt Bus: £2,50 (mit Swift)
Einzelfahrt Tram: £2,60 (Zone 1)
Tageskarte (Daysaver): £4,60 (alle Busse)
Wochenkarte: £19 (alle Busse)
Network West Midlands Tageskarte: £8,10 (Bus, Tram, Zug)
Die Midland Metro (Straßenbahn) verbindet die Stadt mit Wolverhampton und ist besonders nützlich für Fahrten zum Jewellery Quarter, zum Black Country Living Museum und nach West Bromwich.
Welches Ticket lohnt sich? Rechenbeispiele
Wochenende (2 Tage):
- 6-8 Fahrten = ca. £15-20 Einzeltickets
- 2x Tageskarte = £16,20 (lohnt sich ab 4 Fahrten pro Tag)
Städtetrip (3-5 Tage):
- 3x Tageskarte = £24,30 oder Wochenkarte = £19 (beste Option)
Mit Ausflügen (Bournville, Black Country Museum):
- Network West Midlands Tageskarte = £8,10 deckt alle Zonen ab
Zu Fuß vs. ÖPNV: Was ist fußläufig?
Birminghams Stadtzentrum ist überraschend kompakt. Die meisten Sehenswürdigkeiten im Zentrum erreichst du zu Fuß:
Fußläufige Distanzen (15-20 Minuten):
- Library of Birmingham ↔ Gas Street Basin ↔ Brindleyplace
- Bullring ↔ Digbeth ↔ Custard Factory
- Jewellery Quarter ↔ City Centre (aber bergauf!)
ÖPNV empfohlen:
- Zentrum → Jewellery Quarter (Tram oder Bus, oder 25 Min zu Fuß)
- Zentrum → Bournville/Cadbury World (Bus 20 Min)
- Zentrum → Black Country Living Museum (Metro 30 Min)
- Zentrum → Edgbaston/Universität (Bus 15-20 Min)
Insider-Tipp: Birmingham ist nicht hügelig wie Porto, aber flach und überschaubar. Mit bequemen Schuhen kannst du die meisten Zentrumsattraktionen zu Fuß erlegen – und entdeckst dabei mehr als mit Bus oder Tram.
Taxi/Uber: Wann sinnvoll?
Preise:
- Grundpreis: ca. £3 + £1-1,50/km
- Flughafen → Zentrum: £25-35
- Kurze Stadtfahrt: £6-10
Sinnvoll bei:
- Fahrt zum Balti Triangle abends (Bus geht auch, aber Taxi ist bequemer)
- Späte Rückfahrt von Digbeth Dining Club
- Regen und keine Lust auf Warten
Uber und lokale Taxi-Apps funktionieren zuverlässig. Die Preise sind moderat.
Besondere Verkehrsmittel
Midland Metro (Straßenbahn): Verbindet City Centre mit Jewellery Quarter, West Bromwich und Wolverhampton. Modern, sauber, pünktlich.
Kanalboote: Du kannst tatsächlich Narrowboats für längere Zeit mieten und auf den Kanälen leben – ein einmaliges Erlebnis (ab £100/Tag).
Fahrrad: Birmingham hat das West Midlands Cycle Hire System mit Stationen im Zentrum. Die Stadt ist nicht die fahrradfreundlichste (viel Verkehr), aber die Kanaltowpaths sind perfekt zum Radeln.
Städtetrip Birmingham Insider-Wissen: Was dir niemand vorher sagt
Cultural Insights: Wie ticken die Brummies?
Brummies (wie sich die Einwohner Birminghams nennen) haben gelernt, ihre vermeintliche Gewöhnlichkeit zu waffen – sie haben Großbritanniens ausgefeiltesten Sinn für Selbstironie entwickelt. Frag einen Brummie, wie es geht, und die Antwort ist oft „Not too bad, considering“ – als wäre das Leben ein leicht enttäuschendes, aber letztlich akzeptables Kompromiss.
Der Brummie-Akzent wird regelmäßig zu Großbritanniens „unattraktivsten“ Dialekt gewählt – eine Einschätzung, die Brummies mit charakteristischem Humor umarmt haben. Sie nehmen sich nicht zu ernst, sind aber stolz auf ihre Stadt und ihre Wurzeln.
„Going into town“ ist die Brummie-Art zu sagen „Ich gehe ins Stadtzentrum“ – als wäre das Zentrum eine eigene Entität von den Stadtvierteln. Adoptiere diese Redewendung, und du erntest Anerkennung.
Die Stadt ist unglaublich multikulturell – über 40% der Bevölkerung gehören ethnischen Minderheiten an, und über 200 Sprachen werden gesprochen. Diese Vielfalt ist Birminghams größte Stärke und spiegelt sich in Essen, Kunst und Straßenleben wider.
Praktisch, nicht glamourös: Birmingham kümmert sich nicht darum, cool zu sein. Die Stadt funktioniert, macht Sachen, heißt Leute willkommen, und trägt weiter. In einer Welt wachsender Künstlichkeit ist diese unselbstbewusste Authentizität vielleicht der seltenste Schatz.
Praktische Tipps
Trinkgeld-Etikette:
- Restaurants: 10-12,5% bei gutem Service
- Pubs: Nicht üblich an der Bar, aber 10% bei Tischservice
- Taxis: Aufrunden oder 10%
- Cafés: Kleingeld im Tip-Jar ist nett
Geschäfts-Öffnungszeiten:
- Geschäfte: Mo-Sa 9:00-18:00 Uhr (Do oft bis 20:00 Uhr), So 11:00-17:00 Uhr
- Supermärkte: Täglich bis 22:00 Uhr, manche 24/7
- Restaurants: 12:00-23:00 Uhr
- Pubs: 11:00-23:00 Uhr (Fr/Sa oft bis 1:00 Uhr)
Bezahlung (Karte vs. Cash):
- Karten werden fast überall akzeptiert, auch für Kleinbeträge
- Kontaktlos ist Standard
- Pubs und kleine Märkte: beides funktioniert
- Tipp: £20-50 bar dabei haben für Märkte und kleinere Geschäfte
Kommunikation: Wichtige Phrasen
- „Alroight bab?“ – Wie geht’s? (typisch Brummie)
- „Yow’kay?“ – Die richtige Antwort auf „Alroight?“
- „Ta“ – Danke (informell)
- „Cheers“ – Danke / Prost
- „Bostin“ – Großartig (Brummie-Slang)
- „Going into town“ – Ins Stadtzentrum gehen
- „Our kid“ – Geschwister oder enger Freund
Besondere Eigenarten:
- Brummies sind zurückhaltend, aber herzlich, wenn du Interesse zeigst
- Die Stadt ist weniger touristisch als London – du bist eher Gast als Kunde
- Pubs sind soziale Zentren – Gespräche mit Fremden sind normal
- Der lokale Humor ist trocken, selbstironisch, und manchmal absurd
Wetter & Kleidung: Birmingham hat typisches britisches Wetter – oft bewölkt, gelegentlich Regen, selten extreme Temperaturen. Layering ist wichtig, und ein Regenschirm oder leichte Regenjacke sollte immer dabei sein, auch im Sommer.
Sicherheit: Birmingham ist generell sicher. Wie in jeder Großstadt gibt es Gegenden, die nachts weniger einladend sind, aber die touristischen Bereiche sind problemlos. Normale Vorsicht genügt – Wertsachen nicht offen zeigen, auf Taschen achten in Menschenmengen.
Birmingham für jeden Reisetyp: Dein perfekter Trip-Style
Birmingham für junge Leute & Studenten
Birmingham ist eine Studentenstadt mit fünf Universitäten und entsprechend lebendiger, günstiger Szene. Die Digbeth Dining Club (Freitag/Samstag) ist perfekt für Street Food und Craft-Biere zu fairen Preisen (5-10 £). Das Custard Factory und Digbeth generell sind voller junger Kreativer, Independent-Shops und günstiger Cafés.
Party-Szene:
- Broad Street ist die Hauptparty-Meile – große Clubs, Bars, manchmal etwas touristisch
- Hurst Street (Gay Village) – LGBTQ+-freundlich, diverse Clubs, tolle Atmosphäre
- Moseley – entspannter, independent venues, live Musik
- The Night Owl – kleiner Club mit wechselnden DJs und Indie-Bands
Budget-Aktivitäten:
- Viele Museen sind kostenlos (Ikon Gallery, Museum & Art Gallery)
- Kanalspaziergänge kosten nichts und sind wunderschön
- Bullring Markets für günstiges Essen
- Happy Hours in Pubs (17-19 Uhr oft 2-for-1)
Birmingham Städtetrip für Paare: Unkonventionelle Romantik
Birmingham ist nicht das offensichtliche romantische Ziel – aber genau das macht es interessant. Die Stadt bietet authentische Erlebnisse statt inszenierter Romantik.
Romantische Erlebnisse:
- Kanalboot-Dinner-Cruise bei Sonnenuntergang – gleitend durch die beleuchteten Wasserstraßen
- Privates Kanalboot mieten für einen Tag – picknickend durch die Kanäle schippern
- The Rotunda – Cocktails im 25. Stock mit Panoramablick über die Stadt
- Dinner bei Simpsons oder Adam’s (beide 1 Michelin-Stern) für besondere Anlässe
Romantische Spaziergänge:
- Jewellery Quarter am späten Nachmittag, wenn das Licht die Backsteine golden färbt
- Cannon Hill Park – See, Wälder, und das MAC für Ausstellungen
- Botanical Gardens in Edgbaston – viktorianische Gewächshäuser und gepflegte Gärten
Insider-Tipp: Ein Narrowboat-Wochenende auf den Kanälen mieten – ihr habt eure eigene schwimmende Unterkunft und erkundet die Wasserstraßen in eurem Tempo. Unkonventionell, aber unvergesslich.
Städtereise Birmingham mit Kindern: Familienspaß garantiert
Birmingham ist überraschend kinderfreundlich mit vielen interaktiven Museen und Parks.
Kinderfreundliche Attraktionen:
- Thinktank Science Museum – interaktiv, Planetarium, Experimente zum Anfassen (ca. £15 Erwachsene, £10 Kinder)
- Cadbury World – Schokolade + Geschichte = glückliche Kinder (ab £19-25)
- National SEA LIFE Centre – Aquarium mit Haifisch-Tunnel (ca. £22 Erwachsene, £17 Kinder)
- Birmingham Wildlife Conservation Park – kleiner Zoo mit Conservation-Fokus
- Kanalbootfahrten – Kinder lieben Boote, und es ist lehrreich
Parks & Spielplätze:
- Cannon Hill Park – Spielplätze, See mit Booten, Minigolf
- Lickey Hills Country Park – 524 Acres zum Rennen, Klettern, Entdecken
- Sutton Park – eines der größten urbanen Naturschutzgebiete Europas
Familienrestaurants:
- Die meisten Restaurants sind kinderfreundlich – Hochstühle, Kindermenüs
- Balti-Restaurants – Kinder mögen oft mildes Curry und Naan-Brot
- Bullring Markets – jeder findet etwas
Praktische Tipps:
- ÖPNV ist kinderwagentauglich (Trams und Busse haben Platz)
- Unter-5-Jährige fahren oft kostenlos
- Viele Attraktionen haben Familientickets (günstiger)
Birmingham für Geschichts- & Industriefans
Birmingham ist ein Paradies für alle, die sich für Industriegeschichte und soziale Entwicklung interessieren.
Must-Sees:
- Back to Backs – intime Einblicke ins Leben der Arbeiterklasse
- Black Country Living Museum – riesiges Freilichtmuseum der industriellen Revolution
- Coffin Works – skurrile Nische der Sozialgeschichte
- Museum of the Jewellery Quarter – Handwerk und Industrie vereint
- Thinktank – auch für Erwachsene faszinierend, besonders die Dampfmaschinen-Sektion
Architektur-Tour:
- Viktorianische Arkaden und Märkte (Bullring Indoor Market)
- Library of Birmingham – moderne Architektur
- Selfridges Building – futuristisches Design
- Bachofenleben Tunnel and Viaducts entlang der Kanäle
Insider-Tipp: Die Birmingham Conservation Trust bietet geführte Touren zu historischen Gebäuden und Vierteln – oft mit Zugang zu normalerweise verschlossenen Orten.
Fazit: Warum Birmingham dein nächstes Reiseziel werden sollte
Ein Städtetrip Birmingham ist keine Reise zu perfekt restaurierten Postkartenmotiven oder Instagram-Hotspots – es ist eine Begegnung mit der Stadt, die die moderne Welt buchstäblich geschmiedet hat und dann bescheiden im Hintergrund geblieben ist, während andere den Ruhm einheimsten. Zwischen den Kanälen, die mehr Kilometer zählen als Venedig, den viktorianischen Werkstätten, wo noch immer Handwerker mit jahrhundertealten Techniken arbeiten, und den ehemaligen Fabriken, die heute Künstlerateliers und Startup-Hubs beherbergen, entdeckst du eine Stadt, die Vergangenheit und Zukunft nicht trennt, sondern produktiv miteinander verwebt.
Wer 2-3 Tage bleibt, erlebt die Essenz – Jewellery Quarter, Kanäle, Back to Backs, Balti Triangle. Mit 5-7 Tagen entdeckt man das echte Birmingham: die Musik-Szene, die Heavy Metal erfand, die multikulturellen Märkte, wo jamaikanische Patties neben polnischen Pierogis verkauft werden, das Black Country Living Museum, Tolkiens Kindheitsorte, und die versteckten Katakomben unter viktorianischen Friedhöfen. Es ist diese Mischung aus industriellem Stolz, multikulturellen Realität und unselbstbewusster Authentizität, die Birmingham so einzigartig macht.
Die Stadt fragt nicht nach deiner Bestätigung – sie ist vollkommen selbstbewusst in ihrem eigenen Wert. Für Reisende, die müde sind von Städten, die sich für Instagram inszenieren, die echte Geschichten statt kuratierte Erlebnisse suchen, und die verstehen wollen, wie die moderne Welt wirklich entstand, ist Birmingham eine Offenbarung. Es ist nicht Liebe auf den ersten Blick – es ist etwas Tieferes: die Entdeckung, dass das Echte oft interessanter ist als das Beeindruckende.
Birmingham ist übrigens eines unserer vielen beliebten Blind Booking Reiseziele in Großbritannien! Wusstest du, dass du unsere Überraschungsreisen auf eine oder mehrere Himmelsrichtungen eingrenzen kannst? Andere Lieblingsdestinationen in UK sind z.B. Kurztrips nach Manchester, Städtetrips nach Edinburgh oder Städtereisen nach London. Lust auf eine andere Himmelsrichtung? Kein Problem: Du kannst das bei deiner Auswahl angeben und unser Algorithmus stellt dir basierend auf deinen Vorlieben den perfekten Städtetrip zusammen.
